Nach unserem Kurzaufenthalt in Camaná ging's mit dem Bus Richtung Norden nach Ica. Da es leider keinen regulaeren Bus dorthin gab, nahmen wir einen nach Lima und wurden dann am gewuenschten Ziel rausgeworfen - leider war es da grade mal 4.00 Uhr nachts und an irgendeiner Abzweigung nach Ica. Zum Glueck gab es dort ein Taxi, welches uns in die neben Ica gelegene Oase Huacachina fuhr. Die von uns reservierte Unterkunft konnten wir auch schon zu dieser unmenschlichen Stunde beziehen (und haben die Nacht im Endeffekt, weil der Typ dort total verschlafen war, nicht berechnet bekommen). Die Oase liegt nur wenige Kilometer von Ica entfernt und ist bis auf einen kleinen Zugang umgegen von riesigen Sandduenen. In der Mitte ist ein kleiner gruener See (Lagune), dem Heilwirkungen nachgesagt werden (weshalb wir uns in der Bruehe kurz gebadet haben). Die Lagune ist umgeben von wenigen Haeusern und das Ganze sieht wirklich aus wie im Bilderbuch.
Unsere Unterkunft war mal wieder das billigst moegliche, naehmlich ein Dormitiorio mit ca. 30 Doppelbetten (in einem laenglichen Raum!), aber wir waren gluecklicherweise dort die Einzigen, bis auf einen Angestellten, der auch dort sein Lager hatte. Das Hotel hatte ausser einen Pool auch ein eigenes Restaurant, in dem es aber wie im ganzen Ort sehr teuer war zu essen. Endlich mal wieder ausspannen in der Sonne im Sand, der ueberall total fein und sauber war. Deshalb eigneten sich die Duenen auch zum Sandboarden, was wir am 2. Tag gemacht haben. Leider hatten wir uns die Board zur Mittagszeit ausgeliehen (die Hitze war kaum ertraeglich) und mussten mit den Board muehevoll die Duenen hochsteigen. In 2 Stunden bekamen wir deshalb grade so 3 Abfahrten hin, wobei man sagen muss, dass die Sandberge schon sehr hoch waren. Das hier ist Saschas Meinung, ich fands herrlich in der Hitze, endlich mal wieder alles schoen warm und das Sandboarden fand ich auch wieder genial (hab das ja schon zum 2. Mal gemacht und die Ausruestung war diesmal im Vergleich zum letzten Mal richtig genial: Burton-Snowboard und Softboots, also volle Kontrolle beim Runterflitzen! Aber klar, die Aufstiege dauern immer lange und die Bruehe lief nur so :-) Aber insgsamt waren die Oasentage schoen ruhig und entspannt und viel zu kurz! Fast waeren wir wegen einem Streik mit Strassenblockaden und Schliessung zweier Busgesellschaften auch garnicht von dort weggekommen, was mir persoenlich garnichts ausgemacht haette...allerdings war unser netter kolumbianischer Zimmermitbewohner Jeiro gegen Ende etwas anhaenglich, so dass es dann auch gut war, dass wir gegangen sind. Er wollte immer ueberall mitkommen und dauernd irgendwelche super-special-prices mit seinen Freunden fuer uns aushandeln, aber schlussendlich war das immer alles zu kompliziert und liess sich nicht realisieren.
Am gleichen Tag unternahmen wir abends noch einen Ausflug nach Ica, um uns irgendwelche alten Steine anzusehen. Wie sich herausstellte, handelte es sich dabei um die Privatsammlung eines vor wenigen Jahren verstorbenen Professors, die in ein paar dunklen Raeumen lagerten. Wir mussten sogar erst bei einer alten Frau anrufen, die extra fuer uns beide vorbeikam und uns die Raeume aufschloss. Die Steine sind ca. 90.000 Jahre alt und zeigen (eingemeisselt) u. a. hochentwickelte medizinische Techniken, wie Herz- und Nierentransplantationen, Kaiserschnitt und Operationen am Gehirn, wobei die Menschen das auch ueberlebt hatten. Auf anderen waren Menschen auf Dinosauriern abgebildet und welche mit Pferdewagen. Zwei Steine zeigten die Kontinente, aber so wie sie vor vielen tausend Jahren ausgesehen haben, als sie noch zusammen hingen. Auch Menschen mit Fernrohren, die Kometen und Sterne beobachten sind abgebildet. Insgesamt lagern dort ueber 10.000 solcher Steine, die meisten faustgross, aber auch viel groessere. Das Ganze war sehr beeindruckend, besonders auch, da es viele heutige Theorien total ueber den Haufen werfen wuerde, wie die Evolutionstheorie oder auch im Bezug auf Religionen.
Schweren Herzens verliessen wir bereits am 3. Tag Huacachina, um noch ein bisschen was vom Norden Perus zu sehen. Unser Bus brachte uns gegen Nachmittag nach Lima, leider zu einem etwas abgelegenen Busbahnhof. Da von hier aus keine Busse in den Norden fuhren, wollten wir mit dem Taxi zu einem anderen Busbahnhof, der wohl ganz in der Naehe lag, aber der uns beratene Taxifahrer wollte uns davon ueberzeugen, dass egal wohin, es mindestens 8 Soles kosten wuerde. Nachdem wir dann beinahe zu Fuss gelaufen waeren, fuhren wir mit einem der Taxis vor der Tuer, der uns fuer die Haelfte zum Ziel brachte. Da wir noch bis Nachts um 11 Uhr Zeit hatten bis zur Abfahrt nach Trujillo, wollten wir uns was zu essen suchen und sind durch ein paar Strassen gelaufen. Dabei lernten wir eine peruanische Frau kennen, die uns erstmal aufklaerte, dass wir uns durch eine sehr gefaehrliche Gegend bewegten und besonders als Touris hier nicht durch die Strassen bummeln sollten. Aus dem Gespraech wurde bald ein gemeinsamer Spaziergang, dann ein geselliges Abendessen zusammen mit den beiden Kindern und ihren Mann in einem Huehnenrestaurant und darauf ein mehrere Stunden dauernde Ausflug mit deren Auto durch die ganze Innenstadt Limas plus alle Sehenswuerdigkeiten plus Ausflug zum Strand und puenktlichen Zurueckbringen zu unserem Terminal. Das war vielleicht ein Stress, die Frau redete mit einer unglaublichen Geschwindigkeit und ununterbrochen.
Heute sind wir dann fruehmorgens in Trujillo angekommen. Mit Minibussen ging es zu einer Praeinka-Tempelstadt (leider nicht mehr so viel erhalten). Mittags besichtigten wir dann die Mond- und Sonnenpyramiden - riesige nur aus Lehmziegeln geschaffene Bauwerke, die erst vor einigen Jahren unter dem Sand entdeckt wurden. Heute Abend geht es ueber Nacht bereits weiter nach Huaraz, dem letzten Ort auf unserer Liste.
Christiane und Sascha