Reise blog von Travellerspoint

Ankunft in Chile

Puerto Montt, Castro (Chiloe), Valdivia, Pucón, Santiago, Valparaiso, Viña del Mar

rain 10 °C

Endlich finde ich mal ein Stuendchen Zeit den Blog zu aktualisieren und obwohl viel zu berichten ist, werde ich mich kurz fassen.
Nach Bariloche haben sich unsere Wege erstmal fuer eine kurze Weile getrennt. Christiane ist wieder zurueck nach Mendoza gefahren und ich hab die Reise in Chile fortgesetzt:
02.07.08: Von Bariloche aus ging es ueber die Anden nach Chile und zwar in die Fischerstadt Puerto Montt, die direkt am Meer liegt. Zum ersten Mal auf dieser Reise gab es Meeresgetier auf dem Speiseplan, z. B. Empanadas mit Lachs oder welche mit Meeresfruechten. An dem Tag schaffte ich noch eine vollstaendige Stadtbesichtigung und auch des vorgelagerten Hafenviertels. Im Zentrum steht ein eigens fuer die deutschen Einwanderer errichtetes Denkmal, doch in all der Zeit ist mir nicht ein deutschsprechender Chilene begegnet, was sehr verwunderlich anmutet, da man staendig Strassenschilder oder Namen von Geschaeften auf deutsch findet (ist wohl sowas wie ein Qualitaetsmerkmal hier). Uebernachtet hab ich in einem Casa der Familia. Die Preise fuer Unterkunft und Essen sind zwar schon teurer als in Argentinien, aber blieben noch unter meiner Erwartung. Dafuer sind andere Dinge viel teuerer, wie z. B. Parkeintritte.
03.07.08: Mit Bus und Faehre bin ich auf die nach Feuerland zweitgroesste Insel Suedamerikas uebergesetzt, die Insel Chiloe und dort in der Hauptstadt (oder eher Dorf) Castro untergekommen. Ausser ein bisschen Tourismus gab es hier eigentlich nur Fischer. Auch an dem Tag schaffte ich noch eine komplette Besichtungen - besonders interessant die auf Pfaehle gebauten Haeuser, unter die die Fischer bei Flut ihre Boote fahren koennen. Ansonsten hab ich an dem Tag bereits alles fuer den naechsten organisiert, an dem mal wieder eine Parkbesichtigung auf dem Programm stand. Meine Unterkunft war wieder ein Casa de Familia, also eine Privatwohnung, in meinem Fall einer aelteren Frau, die Zimmer vermietete. Nachts war es zwar kalt, dafuer hab ich morgens immer eine sehr gutes Fruehstueck bekommen, denn ich Chile wird im Gegensatz zu Argentinien wieder richtig gefruehstueckt.
04.07.08: Mit einem kleinen Bus ging es 1,5 Std. in den Nationalpark der Insel, der den Urwald dort schuetzen soll. Leider ein Regentag und ich war mal wieder der einzige Tourist weit und breit (musste sogar die Ranger wecken). Der Urwald war hier zwar sehr niedrig, dafuer aber unglaublich dicht und durchwachsen. Auch am Strand und in den Duenen war ich und musste gegen orkanartige Boeen ankaempfen. Da leider nur ein Bus am Tag hin und einer zurueck gefahren ist, musste ich waehrend stroemenden Regens einige Stunden im Park aushachen (zum Glueck hatte ich Regenponcho und was zum Lernen dabei).
05.07.08: Alles wichtige gesehen - deshalb hiess es weiter: Wieder aufs Festland uebergesetzt bis nach Pto. Montt und dort umgestigen und bis in die schoene Stadt Valdivia gefahren. Bei meiner Ankunft war es schon Abend, aber ich schaffte dennoch einen kurzen Rundgang durch die Stadt und den Hafen. Die Stadt ist vorallem durch ihre Lage an 3 (oder mehr?) Fluessen neben einer Insel und in einer Bucht zum Meer hin sehr schoen gelegen. Meine Unterkunft war dieses mal ein Hostel, das aber eher wie ein Hotel anmutete und mit 8000 chilenischen Peso auch sehr teuer war (ohne Fruestueck und geteiltetes Zimmer, was aber egal war, da ich eh wieder der einzige Gast war).
06.07.08: Es war Sonntag und morgens als ich aufgebrochen bin, war die Stadt wirklich wie ausgestorben. Dennoch fand ich einen Bus der mich in das Dorf Niebla direkt an der Kueste brachte. Hier hab ich ein altes spanisches Font besichtigt, was aber kleiner als erwartet war. Zudem ist das Dorf seinem Namen gerecht geworden (Niebla = Nebel) und man konnte sich die Kueste nicht weitlaeufig anschauen). Zum Glueck fand ich im Hafen ein Boot, mit welchem ich direkt auf die andere Seite der Kueste nach Corral uebersetzen konnte. Von dort bin ich ca. 2 Std. nach und durch Armagos gelaufen, einen weiteren Dorf, auf der Suche nach dem naechsten Fort. Auf dem Hinweg fand ich es erst nicht, dafuer aber ein sehr schoener unberuehrter Strand und bis dahin hatte sich endlich auch der Himmel aufgeklart. Auf dem Rueckweg hab ich die Ueberreste des Forts abseits des Weges dann doch noch entdecken koennen. Es war wohl seit seiner Aufgabe vor etlichen Jahren so belassen worden und in Vergessenheit geraden (denn auf den Tourikarten ist es nicht eingezeichnet) und heute Grasen Pferde zwischen den alten Kanonen darauf. Wieder in Corral war ich noch kurz bei einem dritten und best in Stand gesetzten Fort, wo ich aber nur ein paar Fotos durch den Zaun und von drausen gemacht habe, da eh keiner da war. Mit dem Boot hab ich dann wieder auf die andere Seite gewechselt und mit dem Bus zurueck gefahren, wobei ich mich auf der vorgelagerten Insel hab absetzten lassen. Dort hab ich noch eine recht grosse Univseritaet und deren botanischen Garten besichtigt.
07.07.08: Die naechste Stadt auf der Liste war Pucón. Im Sommer wohl ein beliebtes Ausflugsziel, im Winter geht es hier sehr gemaeschlich zu. Ich hab mir eines der vielen Hostels, das von aussen ok aussah rausgepickt und hatte damit auch preislich und qualitativ Glueck gehabt. Die Stadt liegt an einem der aktivisten und immer rauchenden Vulkane des Landes und an einem grossen See mit schwarzen Sand. Ueberall in der Stadt waren Warnampeln aufgestellt, die anzeigen wuerden, falls der Vulkan beginnen wuerde aktiver zu werden, um dann die Evakuirung der Stadt auf den vorgeschriebenen Routen schnellstmoeglich einzuleiten (keine Ahnung wie oft das passiert). Ausser zur Besichtigung hab ich den Tag zum organisieren des nachsten genutzt.
08.07.08: Morgens gings in einen Nationalpark zum Schutze der Araukanienbestaende (hunderte Jahre alte riesige Baeume). Der Park lag an einigen grossen Bergseen und hat sich vorallem ueber unterschiedliche Hoehen erstreckt. So bin ich nach einigen Stunden bereits ueber der Schneegrenze gewesen (endlich mal Schnee!) und konnte bald nicht mehr weiter. Deshalb und weil ich an dem Tag eh krank war, hat mir ein Halbtagesausflug auch gelangt. Die zwei, drei anderen Touris sind aber auch nicht laenger geblieben, denn heute war mal wieder ein Regentag (im Winter regnet ist in Suedchile leider staendig). Den Parkausflug hab ich vorallem aber nicht wegen den Baeumen gemacht, sondern weil in dieser Nacht ein weiter Ausflug zur Erhohlung auf mit wartete: Thermale Quellen. In der Gegend gab es sicherlich ein Dutzend solcher und ich hatte mir die am naturbelassensten rausgesucht. Abends um 8 gings zusammen mit zwei jungen Amis los in die ueber 1 Stunde entfernten und zum Glueck zu dieser Zeit fast menschenleeren Quellen. Es waren insgesamt 5 Becken; manche hatte Temperaturen ueber 40 Grad, wo man es nur wenige Minuten aushielt - andere waren etwas weniger warm. War echt herrlich von der Eiseskaelte in die Becken zu gehen unter sternenklaren Himmel - ein echtes Highlight der Reise. Das Aussehen und Ambiente ist schwer zu beschreiben, ich hab versucht ein paar Bilder zu machen, aber aufgrund des Dampfes sieht man fast nichts darauf.
09.07.08: Heute hab ich eine Pause eingelegt um meine Erkaeltung zu kurieren, die aber schon wieder so gut wie weg war. Der Tag war super schoen gewesen - endlich hab ich auch den Vulkan direkt vor der Stadt in seiner ganzen Pracht zu sehen bekommen.
10.07.08: Hier gibt es nicht viel zu schreiben, denn heute war ich auf der 11-stuendigen Busfahrt in die Hauptstadt, nach Santiago de Chile. Zu intensiver Recherchen gab es auf den Weg dorthin eigentlich nichts interessantes mehr zu besichtigen, weshalb auch alles gut mit der Planung hinhaute, denn heute wollte ich mich wieder mit Christiane treffen.
So, das waren meine 9 Tage allein in Chile und nun geht das gemeinsame Abenteuer wieder weiter. In Santiago haben wir eine wirklich total heruntergekommene Unterkunft in einer Strasse, wo man sich besser rennend als laufend fortbewegt (oder noch besser gar nicht so oft rausgeht). Dafuer liegt die Unterkunft nur 3 Minuten von einem Terminal entfert und ist sehr sehr billig.
Gestern wurde im Schnelldurchgang die Stadt besichtigt, d. h., das Zentrum, Regierungsgebaeude, Plaza und einen kleinen Cerro mit einem Schloesschen im Zentrum erklommen. Heute sind wir mit dem Bus nach Valparaiso und Viña del Mar gefahren und haben uns diese Staedte angeschaut. Ein wirlich grosses Kontrast: Valparaiso, die Hafenstadt, mit wirklich total heruntergekommenen Haeusern und Viña eine Luxusstadt mit super schoenen Straenden. Und sind beide fast schon zusammengewachsen. Ausser der riesige Hafen sind in Valparaiso, die uralten Aufzuege das wichtigste Merkmal, denn die Stadt ist auf ca. 2 Duztend Huegeln gebaut und dadurch war es frueher an manchen Stellen zu muesam fuer die Einwohner tagtaeglich zu Fuss die Huegel hinaufzusteigen. Abends sind wir in Viña endlich mal Fisch und Meeresfruechte in einem Restaurant essen gegangen und danach wieder (ca. 2 Std.) nach Santiago zurueckgefahren.
So jetzt ist erstmal wieder alles auf den neuesten Stand.

Gruss Sascha

Eingestellt von chrisas 18:29 Archiviert in Backpacking | Chile

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