Start ins Ungewisse: das Reisen beginnt!
San Juan, Diffunta Correa, San Agostin de la Valle Fertil, Parque Ischigualasto mit Valle de la Luna
26.04.2008
30 °C
Jetzt gibt es endlich mal neue Bilder: http://www.globalwaterresources.de/cpg/.
Oje, schon wieder soviel Zeit vergangen und es gibt soviel zu schreiben: es packt einen ja doch immer wieder die Faulheit, aber aufgrund meines Kurzzeitgedaechtnisses ist es doch sicherer, alles genau aufzuschreiben :-)
Am Mittwoch, dem letzten Tag in Mendoza haben wir morgens zusammen am Terminal die Buskarten Richtung San Juan gekauft und fuer Sascha ein paar Sommerklamotten, die ich ihm ja mit meinen Horrorwetterberichten ausgeredet hab :-) Jetzt ist es aber die ganze Zeit richtig warm und es wird Richtung Norden immer noch waermer und schwueler. Danach hab ich mich nochmal mit einem Freund getroffen und Sascha ist wieder in den Park gegangen. Bei dem Treffen mit Javier hab ich nochmal einen Haufen Informationen bekommen, das naemlich unsere Tour so wie wir sie geplant hatten garnicht geht- Sacha hatte das Gleiche auch aus dem Reisefuehrer herausgefunden den wir vorher aus Faulheit nicht genmau gelesen hatten - also haben wir die Plaene wieder umgeschmissen. Abends wollten wir uns eigentlich im Hostel wieder treffen, waren dann mit einer Schweizerin zum Abendessen verabredet und ab 21.00 Uhr zum Tango im Café Soul. Allerdings haben wir uns unerklaerlicherweise immer um wenige Minuten an allen 3 Orten verpasst, bzw. Sascha ist dann zum Tanzen wohl nicht weit genug in den Raum gegangen, denn da war der Tanzkurs und er war auf jeden Fall am richtigen Ort! Naja, so haben wir uns dann erst nachts um 2 wiedergesehen, als ich nach dem Tanzen noch gemuetlich Lasagne essend im Hof vom Hostel sass und Sascha sich oben im Zimmer total Sorgen gemacht hat. Bisschen bloed gelaufen, aber der Tangoabend war super! Ich kannte ja schon von den letzten 2-3 Malen ein paar gute Taenzer, aber dadurch dass ich diesmal alleine da war, ohne maennliche Begleitung, hab ich von 4 richtig guten Taenzern abwechseln einen Crashkurs bekommen - es war herrlich, hat sich cool angefuehlt - wie es aussah kann ich nicht sagen :-))!
Am naechsten Morgen sind wir dann nach San Juan gefahren - im reinsten Nobelbus, in dem essen und Kaffee auf der Fahrt serviert wurde, ein Klo an Board war etc. Nach 2 Stunden Fahrt, die wie im Flug vergingen, haben wir in San Juan gleich eine Exkursion fuer eine Stunde spaeter zum Schrein der Diffunta Correa gebucht. Das ist eine Heilige hier, die in der Wueste verdurstet ist und ihr Kind hat ueberlebt, da es an ihrer Brust getrunken hat - sie wird fuer alle Wuensche und Gebete hier herangezogen, vorallem ist die die Beschuetzerin der Lastwagenfahrer, die dort regelmaessig halten wenn sie in der Gegend sind.
Nach einem megaschnellen Check-in im International Hosteling (das rausgesuchte existierte nicht mehr und wir sind mit dem Taxifahrer etwas ziellos durch die Stadt geirrt und hatten ja nur eine Stunde Zeit) sind wir zu diesem seltsamen Ort in der Wueste gefahren. Zuerst haben wir den Schrein garnicht gefunden und sind in die Kirche geangen, wo wir etwas enttaescht waren, dass das nun der tolle Wallfahrtsort sein soll - spaeter haben wir dann aber die Gaerten mit den vielen Haeusern fuer Gaben gefunden, jedes Haus ist einem Thema oder einer Bittstellergruppe gewidmet und sie sind vollgestopft mit Gaben und Danksagungen, wobei in der Mitte immer sehr gruselige Puppen aus Porzellan o.ae. liegen und alles so typisch katholisch beklemmend ist. Ausserdem gibt es einen Pfad der sich den ganzen Berg hochschlaengelt und ueberall haengen die Nummernschilder der LKW-Fahrer und Fotos von ihrer Familie + Gaben - bis oben am Gipfel die Stelle kommt wo der Koerper der Diffunta Correa gefunden wurde. Spaeter haben wir noch beim Warten auf den Bus super leckere eingemachte Pfirsiche gegessen, die ganz sauer waren und so intensiv nach Pfirsich gescheckt haben, wie ich es noch nie erlebt haben. Allerdings mussten wir die auseinander fallenden Pfirsiche auf eine recht eklige Art aus dem Glas fischen, da wir kein Besteck hatten und prompt kamen die hungrigen Wespen - was Sascha zu einer kleinen Spakko-Einlage animiert hat :-)
Den abend haben wir nett schwatzend und viel Spanisch sprechend im Hostel verbracht, wir haben einen sehr neten Kanadier (Frederic) kennengelernt, der ganz alleine mit dem Fahrrad von Chile ueber die Anden gekommen ist. Am naechsten Morgen haben wir noch einen kurzen Spaziergang durch San Juan gemacht zum Geld holen und versucht, mal den Geldtransfer ueber Western Union auszukundschaften, da wir ja durch die neuen Regelungen der Banken hier kaum an Geld kommen bzw nur mit horrenden Gebuehren von fast 10%!!
Dann sind wir 4 Stunden nach San Agostin de la Valle Fertil durch herrliche Lanschaften gefahren, verwunschen Doerfer und haben die Landbevoelkerung beobachtet, die tatsaechlich mitten in der Pampa leben, mit 3 Ziegen in einer Papphuette. Wir haben dabei die ganze Zeit ueberlegt, wie wir mit dem Angebot eines Typen umgehen, der uns schon beim Einsteigen in den Bus angequatscht hatte, um uns in San Agostin eine Unterkunft bei seiner Familie zu vermitteln. Unterwegs hat ein anderer Tuir naemlich entdeckt, dass ihm beim Einsteigen ganz geschickt sein Rucksack geklaut wurde und uns erschien es eh ein bisschen gefaehrlich, einfach mit Fremden mitzugehen. Wir haben also beschlossen, uns die Sache anzuschauen, aber auf keinen Fall in ein Auto einzusteigen, damit wirt nicht mitsamt dem Gepaeck verschleppt werden koennen - 10 Minuten spaeter sassen wir mit der total netten Familie die uns abgeholt hat im Auto :-) Es war ein kleines Risiko, aber das hat sich gelohnt - wir haben jetzt zu einem super niedrigen Preis ein tolles Apartement, was eigentlich fuer 4 Leute gedacht ist, zu zweit und zahlen weniger als im Hostel - mit Klimaanlage, TV, Kuehlschrank, Dusche und Kueche/Wohnzimmer, Haengematte und Grill vor der Haustuer auf der Terasse...herrlich! Das Doerfchen ist ruhig und nett, die Leute freundlich...perfekt! Gestern abend haben wir uns dann ein mega leckeres Essen gekocht mit viel frischem Fleisch, Salat, frischem Brot und der Olivenpaste aus Maipu - ich hab ein Riesenstueck Leber mit Zwiebelringen verspeist, mmmmh! Danach haben wir schwatzend und den regionalen Weisswein trinkend in der Haengematte gesessen und gegen die Mosquitos gekaempft, die hier auf dem Land schon etwas penetranter sind. Peinlich war, dass wir schon den 2. Abend in Folge den Rueckweg zu unserem Haus nicht gefunden haben - das war schon den Abend vorher in San Juan der Fall - das Gleiche nun auch hier in San Agostin! Noch schlimmer, wir sind hier an unserem Haus vorbeigelaufen und sind ein paar Haeuser weiter reingegangen - wo uns fast der Wachhund angefallen haette und ausserdem Maenner sassen - Sascha wird mich umbringen, dass ich das hier schreib, er ist sonst immer so stolz auf seinen Orientierungssinn und fand das sehr peinlich. Fuer mich ja eine voellig normale Sache, dass ich mein Haus nicht direkt finde :-) Und ausserdem ist der Sternehimmel hier auch ein paar laengere Blicke wert - rabenschwarz und die Sterne ganz hell und klar. Muss wohl an der Hoehe liegen, wir sind hier auf ca. 1300m. Und schoen warm ist es hier...
Jetzt spaziert hier gerade Stephan aus Mendoza zur Tuer rein, der als Ueberraschungsbesuch mit seinem Moto hergefahren ist, da wir ja eh so ein grosses Apartement haben - also werden wir jetzt was Leckeres einkaufen und zusammen Sascha ueberraschen, der zuhause seinen Reisebericht schreibt....
Eingestellt von chrisas 14:57 Archiviert in Argentinien Kommentare (0)





