Reise blog von Travellerspoint

Mai 08

Iguazu

Puerto de Iguazu (Arg), Foz de Iguazu (Brasíl)

overcast 24 °C

Nachdem wir uns in Salta fertig auskuriert hatten, sind wir mit dem Bus 23h bis ganz hoch in den Norden von Argentinien, in die Provinz Misiones gefahren, wo die groessten Wasserfaelle der Welt sind. Von hier aus hat man ganz leicht Zugang zu den Nachbarlaendern Paraguai, Brasilien und Uruguai und auch in der Umgebung gibt es einiges anzuschauen, von alten Ruinen, einem riesigen Elektrizitaetswerk am Fluss bis hin zu den Minas de piedras im Valle de Wanda, das muessen Amethystminen sein wo alles voller lila Kristallgrotten ist, da will ich unbedingt noch hin!
Wir haben mal wieder festgestellt dass die Argentinier (zu unserem Glueck) ueberhaupt keinen Geschaeftssinn haben und hier im Ort die Preise noch billiger sind als wirs gewohnt sind, obwohl dieses Dorf nur wegen der Touris existiert! Wir haben ein sehr schoenes Hostel ein bisschen ausserhalb mit Palmengarten und Pool, Terasse, Parilla, grosser Kueche....was will man mehr! Wir werden uns nachher gleich unser lecker Fleisch brutzeln, um Saschas Geburtstag gebuehrend zu feiern! Gestern abend haben wir mit leckerem Weinchen reingefeiert, die Geburtstagstorte viel etwas kleiner aus als sonst wahrscheinlich (einer meiner Pepas, das Lebenslicht war auf unseren Fruehstuecksapfel geklebt :-)) Dabei hat es geschuettet wie aus Kuebeln, so was hab ich noch nihct gesehen und es ist wohl auch fuer hier nicht normal - wir hatten die Cataratas direkt vor der Haustuer! Heute wirds dann etwas professioneller, wir haben naemlich einen Dutyfree-shop zwischen den Grenzen gefunden und sehr guenstigen Havanna bekommen, so dass wir heut abend unser traditionelles Urlaubsgetraenk, Cuba libre, trinken werden!
Heute sind wir zu Fuss nach Brasilien gelaufen, hihi 2km mitten durch ein sehr kriminelles Niemandsland zwischen Argentinien und Brasilien, wie wir danach erfahren haben gibts da viele Raeuber. Die Grezpolizisten hatten uns gewarnt, aber wir dachten sie meinen es gaebe allgemein viele Raeuber in Brasilien, auf dem Rueckweg haben uns 2 Maler in ihrem Auto mitgenommen und erzaehlt, das die Bruecke ueber den Grenzfluss sehr gefaehrlich ist...Haben aber keine Raeber getroffen und ganz in Frieden die atemberaubenden Cataratas angeschaut,das sind unvorstellbare Wassermassen die ueber 2 km in unglaublichen Formationen runterbrausen, die groessten Wasserfaelle der Welt! Und Nasenbaeren gibts dort im Park und gaaaanz viele Condore, die riesig und ganz nah an einem vorbeisegeln! Werden bei Gelegenheit mal Fotos hochladen und morgen noch die argentinische Seite anschauen - Brasilien hat uns nicht soooo gefallen, portugiesisch ist keine schoene Sprache, alles ist teuer und die Leute waren nicht so froehlich und freundlich wie die Argentinier....aber war ja nur einkurzer Ausflug.
Jetzt werd ich mal das Geburtstagskind aus seiner Siesta reissen gehen!

Eingestellt von chrisas 13:38 Archiviert in Argentinien Kommentare (0)

Versende diesen EintragFacebookStumbleUponRedditDel.icio.usIloho

Salta-Kur

Exkursion Cafayatem, 25 de mayo mit Besuch der Praesidentin

semi-overcast 24 °C

Nur ein kurzer Zwischenbericht: wir sind hoffentlich auf dem Weg der Besserung, haben zumindest schonmal fieberfreie Naechte und haben den Durchfall mit hohen Dosen an Loperamid und Kohletabletten soweit unter Kontrolle, dass wir aus dem Haus gehen koennen :-)) Einen Tag haben wir eine gefuehrte Touri-Tour nach Cafayate gemacht, so richtig schoen mit Bus und Fuehrer, ganz idiotensicher. Die Landschaft war schoen und es gab ein paar sehr beeindruckende Felsformationen zu sehen, wie z.B. den "Teufelsschlund" (Garganta del diablo) und das Amphittheater ("anfitteatro"), in dem viele gute Musikanten die tolle Akustik demonstriert haben. Leider ging es Sascha an diesem Tag ziemlich schlecht, so dass er nicht ganz so geniessen konnte. Ansonsten haben wir jetzt aber beschlossen, dass wir erstmal genug Felslandschaften mit tollen Farben gesehen haben und sobald wie meglich nach Iguazu weiterziehen werden, zu den gigantischen Wasserfaellen.
Achso, ein beeindruckendes Museum haben wir hier noch besichtigt, dass auf 7000m Hoehe in der Alta Montaña gefundene Mumien von Inca-Kindern ausstellt, alle tiefgekuehlt und unglaublich gut erhalten. War sehr interessant und ein bisschen gruselig! Und die Toiletten sehr angenehm, mit Papier :-)
Gestern abend war ich mal wieder tanzen, nach einer kraeftigen Dosis Kohletabletten hab ich auch bis um 7.00 durchgehalten und bin schon u, 9.00 Uhr wieder aufgestanden, da heute ein grosser argentinischer Nationalfeiertag ist, der 25-de-mayo, nach dem auch viele Strassen benannt sind. Und zu Ehren dieses Ereignisses kam extra "Cristina", die Praesidentin nach Salta. Nachdem wir aber 2 h im riesigen Menschenauflauf verbracht hatten, die Unterhalter schon das 5. Mal ihr Programm abgelesen hatten und die Band ihr Programm wiederholen muste, ohne dass Señorita in Sicht gewesen waere, haben wir aufgegeben. War auch nicht sooo schlimm...oh, jetzt gibts essen und ich muss ein bisschen unvernuenftig sein, wir haben naemlich 3 Franzosen im Hostel, die genial Gitarre spielen und ausserdem superlecker kochen....ist sehr auffallend, die Franzosen sind die einzigen backpacker, die immer mit diversen Gewuerzbeutelchen reisen und seeeeehr lecker und aufwendig kochen!
Liebe Gruesse in die Heimat!

Eingestellt von chrisas 17:31 Archiviert in Argentinien Kommentare (0)

Versende diesen EintragFacebookStumbleUponRedditDel.icio.usIloho

Unterwegs in den Bergdoerfern

Quebrada de Humahuaca, Tilcara, Pumarmarca, Iruya, San Isidro, Uquia und Salta

sunny 28 °C

Neue Bilder!!!: http://www.globalwaterresources.de/cpg/

Nach laengerer Funkstille sind wir nun zurueck in der Zivilisation (Salta) und koennen endlich wieder in den Blog schreiben. Die letzten eineinhalb Wochen waren wir in 2 km breiten und 70 km langen Schlucht unterwegs: Der Quebrada de Humahuaca. Die Doerfchen waren eines kleiner und indigener als das andere und lagen teilweise sehr hoch. Schon bei unserer Ankunft in Humahuaca merkten wir, dass die Luft duenner war und man bei geringer Anstrengung bereits schnell ausser Atem kam. Wir hatten Glueck und wurden (mal wieder) gleich bei unserer Ankunft am Terminal von einer netten Argentinierin aus Buenos Aires (Mercedes) angesprochen und bekamen nach etwas Handeln eine schoene und guenstige Unterkunft in einem sehr alten und geraeumigen Lehmhaus, mit Einrichtung der Urgrossmutter (riesige alte Buecher etc.). Wie eiskalt die Naechte im Vergleich zum Tag werden, bemerkten wir sobald die Sonne unterging. Sascha war zu einer Ortserkundung aufgebrochen, waehrend Christiane mit 2 Argentinierinnen in der Kueche schwatzte. Da wir nur einen Schluessel hatten, waren die Maedels eingeschlossen und mussten die Tuer aufbrechen, da die Argentinierinnen ihren Bus bekommen mussten. Bei ihrem Spaziergang, traf Christiane 2 Amerikanerinnen und einen Franzosen, die wir aus Salta bereits kannten. Sie hatten ihren Bus verpasst und wegen der Kaelte nahmen wir sie mit in unser Hostel und schwatzten ein paar Stunden. Abends sind wir ins Porterillo essen gegangen, wobei zwei Musikanten mit Floete, Gitarre und Gesang die eh schon gemuetliche Kneipe noch heimeliger machten.
Nach der ersten Nacht in unserem Zimmer mit zerbrochenen Fenster (aufgrund der Lehmmauern trotzdem ok) machten wir uns gegen 12 auf zum Dorfplatz, um das taegliche Spektakel der Segnung durch eine antike, aber bereits mechanische Holzfigur nicht zu verpassen. Dieses Schauspiel war etwas skuril, denn es kamen viele Touristenbusse nur dafuer ins Dorf, waehrend die Einheimischen sehr ergriffen und weinend der getragenen Musik lauschten (das Ganze dauerte nur 3 Minuten und glich der Funktion einer Kuckucksuhr). Danach hat uns ein kleiner Dorfjunge die Geschichte des Monumentes und der Kirche in schnellem unverstaendlichen Spanisch runtergerattert, um sich ein paar Peso zu verdienen. Dann gings querfeldein in die Berge, wo wir einige Stunden zwischen Gestruepp und Felsen rumgekraxelt sind und schliesslich einen Felsvorsprung mit toller Aussicht fanden, um Mate zu trinken und Christianes Suchtkekse (Pepas) zu essen. Nach einem Einkauf in der "Markthalle" haben wir uns ein riesiges Abendessen gekocht (Leber, Fleisch, Salat und Nudeln) und danach noch eine Runde Salsa getanzt, um uns warm zu halten.
Den Dienstag verbrachten wir auf der Suche nach einem Fahrrad. Der einzige im Ort, der welche verliehen hat, wollte 50 Peso pro Rad - ein neues zu kaufen haette, wie wir spaeter erfuhren, nur 120 Peso gekostet. Auf der Suche sind wir von Ort zu Ort verwiesen worden und trafen viele interessante Leute, wobei sich manchmal auch sehr tiefgruendige Gespraeche ueber das Leben ergaben. Schlussendlich beschlossen wir, dass mit dem Fahrrad sein zu lassen und wanderterten auf dem Camino de Incas zu den Peñas Blancas, einem Aussichtspunkt ueber die Quebrada. Auf Hinweis von Mercedes wichen wir auf einen Ziegenpfad aus und kletterten so, in Gesellschaft eines streundenden Hundes, bis ganz nach oben. Mate und geniale Aussicht. Abends waren wir von Victor und seiner Truppe musizierender Hippis in eine Lehmhuette am Fluss eingeladen worden, wo sie gegen Spende musizierten und sangen. Victor, der eigentlich Schlagzeuger ist, trommelte auf einem Stuhl - ingesamt ein sehr ausgelassener Abend mit leckeren Hauswein und pantomimischen Filmrate-Spielen (auf Spanisch, was bei dem sehr multikulturellen Publikum oft lustig war). Sascha wurde von einem der Maedels zum Chacarera, einem der schwersten Folkloretaenze, aufgefordert und gab sein Bestes - auch so wurde dann noch viel getanzt. Das ganze ging bis 3 Uhr (die anderen machten noch bis halb 7 weiter), deshalb wurde Mittwoch erstmal ausgeschlafen.
Sascha machten an diesem Tag eine ausgedehnte Tour durch die Berge, lernte Spanisch und holte endlich mal seine Reiseberichteintraege nach. Christiane wollte eigentlich einen der Einheimischen besuchen, um seine Musik anzuhoeren, traf aber erst in der Kueche einen Bekannten (guardaparque aus Calilegua), wobei sich mit noch 2 anderen ein sehr persoenliches Gespraech ergab, das als "Beziehungstherapie" deklariert wurde und mehrere Stunden dauerte. Danach verbrachte sie noch ein paar Stunden mit einer Truppe aus Bs. Aires schwatzend auf den Stufen des Monumentos und bekam spanische Schweinewoerter beigebracht. Als es zu kalt wurde,trafen wir uns in der Unterkunft wieder, Sascha spanisch lernend, Christiane weiter mit 2 Medizinerinnen aus Bs. Aires schwatzend. Diese trafen wir zufaellig Abend im Comedor zum Essen wieder. Danach ist Christiane noch kurz zum Verabschiedenen in die Fiesta-Lehmhuette feiern gegangen, waehrend Sascha sich fruehzeitig hinlegte, da am naechsten Tag eine groessere Tour anstand.
Durch Missverstaendnisse gings dann doch nicht so frueh los und leicht zerstritten nahmen wir den Bus nach Tilcara. Dort hielten wir an der Hauptstrasse einen Bus Richtung Purmamarca, der uns an der naechstgelegenen Kreuzung raus liess. Die restlichen Kilometer liefen wir zu Fuss durch die schoene Felslandschaft. Wir fanden auch gleich den Paseo de Colorados, der zu dem Berg der 7 Farben fuehrte. Die Farben waren beeindruckend und wir kletterten (mal wieder) abseits der Wege eine Schlucht hoch in die Berge. Wieder im Dorf warteten wir 2 Stunden auf den Bus zurueck. In Humahuaca gings abend essen, wobei wir auch nochmal Victor trafen und auf der Strasse Mate mit ihm tranken.
Am naechsten Morgen gings 10.30 Uhr Richtung Iruya. War eine sehr abenteuerliche Busfahrt, mit aufs Dach geschnalltem Gepaeck, ueber staubige kleine Gebirgsstrassen und grossen Hoehenunterschiede (fast 4000m). Im Bus unterhielten wir uns mit mit einer Indigena mit Kind und spaeter mit einem verruecktem Perser (oder so). In Iruya stuerzten sich gleich Leute mit Angeboten fuer Hostels auf uns; wir hatten aber schon a) einen persoenlichen Tipp von Victor und b) ein gutes Angebot aus dem Bus. Der Aufstieg mit den grossen Rucksaecken war aufgrund der Hoehe nicht leicht. Wir schauten uns 2 Hostels an und konnten so den Preis bis zu einem Spitzenrekord von 8 Peso / Person runterdruecken (ca. 1,75 Euro, aber ohne Bettwaesche). Das Hostel war superschoen und sauber und hatte eine Terasse mit Ausblick ueber die Schlucht. Ausserdem trafen wir saemtliche Leute aus Humahuaca wieder, die entweder in unserem oder im Hostel nebenan wohnten. Nach einem Mate auf der Terasse mit den Leuten machten wir einen Spaziergang zum Fluss und dann zur Feria (Wochenmarkt), wo wir billig Obst, Kekse und Chorripan einkauften. Dann wieder Mate mit den anderen getrunken und Abends beim essen trafen wir zufaellig die Maedels aus Buenos Aires wieder. Wir erfuhren, dass an diesem Abend ein Baile (Tanzveranstaltung) im Dorf stattfindet und am naechsten Tag ein grosses Fest im naechsten Dorf. Nach dem Essen trafen wir uns erstmal mit den Anderen im Hostel Asunta. Einige nahmen ausser Koka und Marihuana auch uns unbekannte Pflanzen (datura) ein, aus denen Tee gekocht wurden und die angeblich halluzinierend wirken. Gerade Koka wird bei uns ja als Droge eingeschaetzt, hat aber nach Angabe der Leute hier weniger Wirkung als Kaffee. Wir gingen dann zeitig zum Tanzen. Dort waren fast nur Einheimische und wir wurden wegen Groesse und Haarfarbe angestaunt. Das Tanzen war lustig, die Liveband spielte Cumbia, aber es waren einige sehr betrunken (vielleicht vertragen die Quechua keinen Alkohol). Um 3.30 Uhr bemerkten wir, dass Saschas Pullover geklaut war, obwohl wir die ganze Zeit danach geschaut hatten und gingen nach Hause.
Am naechsten Tag gings nach Obst und Keksfruehstueck auf zum Fest in die Berge. Wir folgten den Leuten mit Eseln vor uns in eine Schlucht und wanderten dort 4 Stunden, wobei wir 12 mal den Fluss durchqueren mussten und langsam richtig muede und hungrig wurden. Besonders zeitaufwendig war das Ausziehen von Socken und Schuhen und das Trocknen danach. Schliesslich fragten wir vorbeiziehende Leute nach dem Dorf in dem die Fiesta stattfindet und erfuhren, dass wir in die voellig falsche Richtung gelaufen waren und dort gar nichts mehr lag. Wir hatten uns schon die ganze Zeit gewundert, dass wir flussab laufen und es eigentlich gar keinen Weg gab. Also kehrten wir um und trotzdem wir fertig waren genossen wir noch die Schlucht im schoenen Abendlicht und fanden uns damit ab in der Dunkelheit nach Hause zu kommen. Der Rueckweg war extrem anstrengend (auch weil wir nichts zu essen dabei hatten) - Saschas Hose z. B. war triefend nass und wir sind grade noch so den Berg hoch gekrochen. Zuhause wurden die Klamotten gewechselt, einen heissen Tee getrunken und ein paar kalte Empanadas aus der Kueche geklaut, dann sind wir beide eingeschlafen. Irgendwann wachten wir beide auf und sind in Belem essen gegangen, wo wir 3 Platten plus Salat verdrueckt haben. Dann haben wir satt und muede noch etwas erzaehlt und dann geschlafen.
Nachts hoerten wir die Hundejagt der kleinen Jungs, zurueckkehrende Leute von der Fiesta und wurden um 10 Uhr wieder damit geweckt, dass das Licht im Hof nur von unserem Zimmer aus eingeschaltet werden konnte. Nach dem Aufstehen fuehlten wir uns voll schlappi, fruehstueckten ein paar Kekse und geklautes Brot und warteten 2 Stunden auf die Dusche. Beim Mittagessen im Comedor trafen wir noch einen Spanier aus Humahuaca wieder, mit dem wir kurz schwatzten und abends (plus einem Brasilianer und Kati, einer Deutschen) zum Aussichtspunkt kletterten. Dort klimperten wir ein bisschen auf der Gitarre und versuchten uns bei einem Weinchen mit einer einheimischen Art von Floete und dem Jonglieren. Da Sascha sich krank fuehlte ging er frueher nach Hause, waehrend Christiane noch zum Trucu spielen ins Asunta mitging.
Da wir durch die Irrwanderung am Vortag das Doerfchen San Isidro nicht gesehn hatten, verlaengerten wir noch einen Tag. Da Sascha fieber geschwaecht war und kaum den Berg hochkam, zog Christiane alleine los. Unterwegs traf sie 2 Argentinier aus dem Hostel (Christian aus Bariloche und Locho aus Buenos Aires) und wanderten mit ihnen den ganzen Weg. Bei der Einschaetzung der Hoehelage des Dorfes verlor sie eine Wette und so musste sie am Ende des Tages ein Bier fuer alle ausgeben (hier sind das Literflaschen). In der Carneceria wurde fuer ein Asado eingekauft, das allerdings recht zaeh ausfiel. Der Abend war trotzdem lustig, mit vielen Leuten aus allen Teilen Argentiniens.
Am naechsten Morgen um 5 Uhr hiess es aufstehen. Wir nahmen den Bus nach Humahuaca, wo wir unser Gepaeck abgaben und in einen kleinen Regionalbus nach Urquia einstiegen. Mitten in der Pampa liessen wir uns rausschmeissen, da wir unser Ziel, einen gelb-rot-gestreiften Berg, gesichtet hatten. Auf einem kleinen Hof holten wir uns heisses Wasser und bekamen einen Eindruck vom laendlichen Leben: Frauen wuschen Waesche mit der Hand im Schubkarren, auf der Waescheleine trockneten Tierhaeute und Knochen und die Maenner tranken morgens um 10 Weinschorle und Bier. Ein Stueck weiter legten wir uns im Schatten zum schlafen und mussten feststellen dass das Wasser verchlort war. Christiane brach dann zu ihren heissgeliebten bunten Bergen auf, waehrend Sascha immer weiter schlief. Zurueck in Humahuaca hatte unser Bus nach Salta erstmal eineinviertel Stunden Verspaetung, die wir mit einem betrunkenen Einheimischen am Bussteig zubringen mussten. Mitlerweile fuehlten wir uns beide richtig krank und fiebrig und schliefen auf der Busfahrt. In Salta nahmen wir das erstbeste Angebot fuer ein Hostel nahe dem Zentrum an. Leider waren sowohl die Leute, als auch das Hostel an sich sehr amerikanisch.
Am naechsten Morgen zogen wir deshalb wieder in unser bekanntes Hostel um, um erstmal wieder gesund zu werden. Wir bekamen ein Sonderangebot fuer ein Zweierzimmer zum gleichen Preis wie ein Compartido. Hier haben wir auch kostenlos Internet und koennen deshalb die ganze Zeit schreiben und Bilder hochladen :-)

Eingestellt von chrisas 06:56 Archiviert in Backpacking | Argentinien Kommentare (0)

Versende diesen EintragFacebookStumbleUponRedditDel.icio.usIloho

Urwaldtrips

Ledesma (Libertador Gral. San Martin), Parque National Calilegua, Suche nach aguas calientes in den Bergen

overcast 18 °C

Um mal wieder etwas Natur zu erleben, haben wir diesmal abseits der ueblichen Touri-Strecken unser Glueck gesucht. Das hat sich oft als schwieriger aber auch abendteuerlicher und spannender herausgestellt, als sonst. Schon auf der Hinfahrt haben wir bemerkt, dass nur Quechua im Bus sassen und keine Touris ausser uns, auch keine argentinischen. Der Bus ging dann 15km vorm Ziel kaputt, zufaellig konnte uns aber in vorbeikommender anderer direkt mitnehmen, das war pures Glueck! In dem Doerfchen angekommen, wurden wir regelrecht angestarrt, auch in jedem Geschaeft angesprochen, woher wir kommen. Das fanden wir am Anfang etwas befremdlich, aber sie sind einfach neugierig und interessiert. Das erste Mal in meinem Leben, dass ich als "grosse blonde Frau mit hellen Augen" bezeichnet werde, seeehr lustig wenn man bedenkt, was fuer ein Zwerg ich in Deutschland bin und dass meine Augen nur nicht schwarz sind :-)
Ein Einheimischer im Bus hatte uns ein billiges Hotel empfohlen, denn die Unterkuenfte sind wohl sehr teuer in den Orten wo kaum Touris hinkommen. Eine andere Frau hat uns einen Plan des Dorfes gezeichnet und so haben wir uns im Hotel "Carioca" einquartiert, was wir anfangs schon befremdlich fanden, denn es hatte 3 riesige Stockwerke mit lauter leeren Zimmern, insgesamt alles total verfallen und zugig und vorallem ueberall feuchte Flecken und Schimmel. Aber wir dachten, fuer 1,2 Naechte geht das schon und im Endeffekt war es auch ok, nur das Duschen im Klo war eklig. Der Standard war insgesamt viel niedriger als in allen Hostels, in denen wir bisher waren, obwohl es sich Hotel nannte! Der spanischsprachige Abend auf der Terasse war sehr amuesant und wir hatten leckeres frisches Brot, Oliven, Kaese und Rotwein gekauft. Morgens mussten wir sehr frueh raus, um mit dem lokalen Arbeiterbus zum Parkeingang fahren zu koennen, hatten uns dann auch noch in der Zeit geirrt, haben das Fruehstueck schnell eingepackt fuer spaeter und sind losgerannt. Die Busfahrt war schon ein erlebnis, ein uralter klappriger Kleinbus, vollgestopft mit Leuten und vorallem Waren...bis unter die Decke, die Gardinenstangen hingen voller Baguetttueten, saeckeweise Nuesse und Kartoffeln aufs Dach geschnallt und selbst im Fach beim Fahrer alles voller Essen. Ein Kaeseverkaeufer hat die ganze Zeit seinen Kaese angepriesen und alle probieren udn fuehlen(!!) lassen. D.h. dass den Aufschnitt schon einige Leute durchgeblaettert hatten, uaaah! Am Parkeingang war dann erstmal weit und breit niemand zu sehen, waehrend dem Fruehstueck kam dann ein verschlafener Ranger aus seiner Huette gekrochen und hat uns erklaert dass es gerade keine Gias gibt, aber wir ja mal loswandern koennen. Das war auch wunderbar, der Nebelwald total beeindruckend in seiner Vielfalt - Flora und Fauna sind einfach wahnsinn! Es hat die erste Haelfte des Tages geregnet, was das Flair erst richtig ausgemacht hat, das Troepfeln und Vogelgesang im Dickicht...Ueberall Lianen und 1000 verschiedene Baeume mit merkwuerdigen Schmarotzern, gleich am Anfang haben wir ein merkwuerdiges Tier gesichtet, von dem wir dachten es waere ein Tapir, er war aber viel zu klein. Im Endeffekt hatrten wir den ganzen tag Zeit zu wandern und haben fast alle vorhandenen Wege abgeklappert. Einmal haben wir auch ein paar Maenner getroffen, die mit ihrer Machete gegen den Wildwuchs gekaempft haben, diese an Steinen geschliffen haben und natuerlich alle die unvermeidbare dicke Kokabacke hatten. Am Ende haben wir noch nach einem Dorf gesucht, was auf der Karte eingezeichnet war, dieses hat sich aber Schild mit Hoehenangabe herausgestellt, wozu der Name, weiss man nicht :-) Auf dem Rueckweg hatten wir beschlossen, den Weg am Fluss zu nehmen, was sich aber zu einem richtigen Abendteuer ausgewachsen hat, denn der Fluss hatte sehr viel Wasser und daher oft schwer zu passieren, wir mussten mehrmals gefaehrliche Aktionen starten, uns an Baeumen rueberhangeln, umgekippte Baeume rueberlegen oder auf den nassen Steinen springen, immer mit den wertvollen Rucksaecken auf dem Ruecken. Jedenfalls haben wir bemerkt, dass es schon ganz schoen spaet war und wir uns beeilen muessen um noch den Bus abzupassen, der nur einmal am Tag faehrt. Wir sind also ueber Stock und Stein gewetzt und haben nur schnell die vielen Tierspuren fotographieren koennen, um sie zuhause nachzuschauen. Es muessten Puma, Tapire und Fuechse gewesen sein - da auf den Schildern aber ueberall vor Jaguaren gewarnt wurde, war uns in dem Moment doch nicht ganz so wohl, vorallem weil es immer dunkler wurde....schlussendlich haben wir einen bekannten Pfad gefunden, der direkt hoch auf die Strasse fuehren musste und sind diesen hochgerannt. Da er sehr steil und lang war war das die Hoechstleistung des Tages! Man, waren wir froh, als wir auf der Strasse waren, denn dann haetten wir den Bus auch anhalten koennen. Wir haben es sogar noch puenktlich bis runter zum Eingang geschafft, dort konnten uns dann Ranger bis fast nach Ledesma mitnehmen...so brauchten wir nichtmal mehr auf den (wohl nicht sehr zuverlaessigen) Bus warten und waren um einiges schneller - allerdings mit fast 100kmh auf diesem steinigen Weg...naja, das Adrenalin war schon aufgebraucht. Auf dem Heimweg wollten wir uns eigentlich nur kurz ueber die Weiterfahrt nach Humahuaca informieren, aber nachdem uns so von einem Bergdorf namens San Francisco mit heissen Quellen in der Naehe vorgeschwaermt wurde, haben wir uns entschieden, doch noch zu bleiben. Ich hatte die Nummer von einem Typen, der sowohl eine Unterkunft im Dorf hat, als auch Touren fuehrt, der kam dann auch gleich mit seiner Frau persoenlich in unserem Hotel vorbei um alles zu besprechen. Warum, haben wir bis jetzt nicht verstanden, denn im Prinzip hat er uns geraten, die Tour alleine zu machen, hat uns eine komplette Karte der Wege aufgezeichet und so ueberhaupt nichts verdient. Schlussendlich kam er naemlich sogar am naechsten Morgen noch am Bus vorbei, hat dem Fahrer erklaert wo er uns rauslassen soll (war mitten in der Pampa) und hat mir gesagt, dass wir in einem anderen Haus unterkommen koennen, er hatte wohl Leute drin. Naja, wir haben uns erstmal aus unseren nassen Klamotten geschaelt und ein bisschen ausgespannt, der Tag war super schoen, aber sehr anstrengend gewesen (10h Wanderung mit Endspurt). Ja, am naechsten Tag sind wir mit dem gleichen Bus weiter hoch in die Berge gefahren, um die Quellen zu suchen, die wohl fast 40 Grad haben und Naturpools bilden in denen man baden kann. Auf einem schlammigen Kuhpfad haben wir die Wandrung steil bergab begonnen, spaeter wurde es sandig-felsig und schliesslich haben wir dann auch die Fluesse und die Pool gesehen - allerdings von einer Klippe aus mit ca. 600m Hoehendifferenz! So ein Mist, wir hatten den falschen Weg erwischt, allerdings gab es keine anderen Alternativen, denn der Wald war durchzogen von Kuehtrampelpfaden und die haben oft einfach aufgehoert...wir haben uhns natuerlich ganz schoen geaergert, aber zeitlich waere es nicht mehr moeglich gewesen, nochmal so weit runter abzusteigen, wegen der Dunkelheit. Wir hatten eh schon 500m Aufstieg vor uns, bis zum Dorf sogar 600m Hoehendifferenz. Also sind wir mehr oder weniger direkt zurueckgestapft, haben noch ein paar Pfade ausprobiert, aber es war einfach unmoeglich ohne Gia diese Quellen zu finden. Es fing ausserdem an, dermassen zu schuetten, dass wir nur noch nachhause wollten. Sehr deprimierende Aktion, vorallem weil der Aufstieg natuerlich wieder viel anstrengender war! Naja, so haben wir dann oben an der Strasse ein runterfahrendes Auto angehalten - auf das Dorf hatten wir bei dem Wetter und unsicherer Unterkunft auch keine Lust mehr. Die Leute im Auto sind auch bis direkt nach Ledesma rein gefahren und waren super nett, ein Tierarzt und seine Gehilfin. Die kannten sich richtig gut mit allen Tieren aus und wussten die tollsten Geschihcten von den Wildtieren zu erzaehlen. Mir hat am besten die von einem kleinen Affen gefallen, den er mit der Flasche aufziehen musste wegen irgendeiner Krankheit und der dann auf seinem Kopf gewohnt hat und ihn immer gelaust und verstrubbelt hat - angeblich hat er sich kaum noch rausgetraut mit dem Affen auf dem Kopf :-)...
Am Terminal haben wir dann eine Fahrkarte nach Jujuy gekauft, bloederweise aber zu lange mit Klamotten wechseln gebraucht (wir waren klatschnass und bis an die Knie mit dem roten Lehm bedeckt). Der Bus war weg, aber es fuht zum Glueck eine Stunde spaeter ein anderer und die Fahrkarten haben sie uns auch umgetauscht. Der Typ der uns eigentlich unser Abendessen machen wollte, war auf einmal verschwunden und hat wahrscheinlich ueber dem laufenden Boxkampf seine Arbeit vergessen, jedenfalls hatten wir den totalen Frust am Ende des Tages. Der Busfahrer hat dann auch noch dauernd das Licht im Bus aus und angeknipst, immer wenn man gerade am eindoesen war...egal, wir haben dann in Jujuy gerde noch 2 Flyer mit Hostels aus der schliessenden Touri-Info entwenden koennen und haben ein gutes (Yokwahi) gefunden. Hier wurden wir dann auch gleich noch nett zum leckeren Huehnchen eingeladen und haben unsere nassen Sachen ausgebreitet. Nette Leute, saubere trockene Zimmer und heute einen Tag Zeit zum ausschlafen, Schuhe putzen und foehnen und Sachen ordnen...die Stadt ist haesslich, aber hat einen sehr interessanten Markt, der sich ueber ein paar Strassenbloecke hinzieht und wir haben die leckersten Empanadas aller Zeiten verspeist. Ausserdem musste ich mir eine neue Hose kaufen, denn meine herzallerliebste Lieblingsjeans hab ich anscheinend in dem Durcheinander verloren, sie war sehr nass und schwer und nur aussen an den Rucksack geschnallt...sehr traurig, aber die neue hat nur 50$ gekostet und ist auch schoen....Die Bilder koennen wir leider noch nicht hochladen, der PC hier ist zu alt. Morgen gehts wieder auf die Doerfer und in die Wildnis nach Humahuaca.....

Eingestellt von chrisas 17:08 Archiviert in Argentinien Kommentare (1)

Versende diesen EintragFacebookStumbleUponRedditDel.icio.usIloho

Erholung in Salta

Hostel Illaq, Asado, bolichen, Ausflug zum Monte San Bernardo

sunny 26 °C

Eigentlich gibt es von den letzten Tagen nicht so viel Neues zu erzaehlen, denn wir haben es mal richtig ruhig angehen lassen: abhaengen auf der Plaza, leckeres und billiges Essen, abends entweder schoene Schwaetzchen auf dem Bett oder auch mal eine Nacht voller Aktion mit Asado im Hostel, leckerem Wein, Gitarrenspiel und Gesang hier im Hostel und danach Tour durch Saltas bolichen (Discos) mit ca. 20 Leuten, alle sehr verrueckt und verzottelt. Das war eine sehr lustige Truppe von Argentiniern aus Cordoba, Buenos Aires, auch ein Franzose und ein Spanier waren dabei. Die hatten alle Rasterzoepfe oder strubblige Locken und sehr alternative Klamotten, bunte Leinhosen und Wollpullis, haben auf der Strasse jongliert um Geld zu verdienen und sind tatsaechlich mit Clownsnase und selbstgebastelten Hasenzaehnen in die Disco gegangen. Und natuerlich kauen hier viele Leute (auch junge) Koka, was man zusammen mit Natriumbicarbonat (eine Art Aschesoda) nehmen muss, um die gewuenschte Wirkung zu erzielen - am Anfang hab ich ueberhauptnicht kapiert, warum hier so viele Leute mit dicker Backe rumlaufen - als Medizinerin dachte ich erst an Gesichtstumore. Als dann beim 4. Verkaufer der Groschen gefallen ist, musste ich mitten im Geschaeft laut lachen. Angeblich ist das nur eine Tradition und hat kaum Wirkung, aber wers glaubt....
Insgesamt treffen wir hier Leute aus den verschiedensten Laendern. Die letzten Naechte waren ein Japaner, zwei Amerikanerinnen, ein Peruaner und zwei Israelis unsere Zimmerkollegen und alle kommen gut miteinander aus. Verstaendigen tut man sich hier ausschliesslich auf Spanisch und Englisch.
Vor ein paar Tagen ging es auf den hier angrenzenden Berg San Bernardo mit einer Seilbahn. Oben konnte man dann mal die groesse der Stadt bewundern, die einem im Zentrum (da sich hier das ganze Geschehen abspielt) ueberhaupt nicht so gross vorkommt. Zurueck ging es zu Fuss den Berg runter - sehr anstrengend, da es steil nur Treppen runter zu laufen ging.
Insgesamt haben wir hier voellig die Zeit vergessen und einfach so dahingelebt, einen ganzen Tag sogar in der falschen Zeit, wir dachten es waer Sonntag dabei war Samstag. Cool, als wir abends den Irrtum bemerkt haben und doch noch weggehen konnten! Und wie schwierig, den Geburtstag von Papa zu treffen zum Gratulieren! Heut muessen wir erstmal ausrechnen, wieviele Tage wir das Hostel bezahlen muessen :-)
Morgen gehts weiter nach Humahuaca im Norden. Da soll eine riesige Schlucht sein, da man gesehen haben muss.

Sascha + Christiane

Eingestellt von chrisas 07:17 Archiviert in Backpacking | Argentinien Kommentare (0)

Versende diesen EintragFacebookStumbleUponRedditDel.icio.usIloho

(Einträge 1 - 5 von 8) Seite [1] 2 » Nächste