Patagonien: Junín und Bariloche
28.06.2008
15 °C
So, jetzt sind wir seit gestern hier in Bariloche und haben wieder ein Internet was funktioniert...in Junin, einem kleinen verschlafenen Fischerdoerfchen wars so langsam, dass die Seiten eine Viertelstunde brauchten um sich aufzubauen, Stueck fuer Stueck! Nach Junín sind wir ueber Neuquen gekommen, eine 12stuendige Busfahrt von Mendoza aus, dann gings nochmal 5h weiter bis ins Doerfchen. Dort ist gerade kein Turist weil ja Winter ist und keine Angler da sind, so dass es auch keine Exkursionen o.ae. gab, aber wir hatten eine sehr schoene Zeit dort, haben in einem netten Haeuschen bei einer Familie gewohnt, aber mit abgetrenntem Wohnbereich. Total liebe Leute, sie haben uns gleich am ersten Abend eine Parilla gemacht und wir haben alle zusammen vorm Kamin gesessen und geschwatzt. Da haben wir auch mal wieder richtig deutlich den Hass auf die Chilenen mitbekommen, der vorallem hier unten in Patagonien wegen der alten Grenzstreitigkeiten herrscht...erschreckend, wir haben uns ja kaum getraut zu sagen dass wir dorthin weiter reisen! Das Haeuschen war herrlich gemuetlich, alles aus Holz und richitig schoen warm...das brauchte man auch wenn wir von den Ausfluegen wieder kamen, gerade am ersten Tag war es schweinekalt, da haben wir eine kleine Wanderung auf den Cerro del cruz gemacht, da fuehrt zu der unvermeidlichen Jesusstatue hoch ueber der Stadt ein Weg, der immer wieder Stationen hat mit Bibelspruechen, deren Sinn nochmal in Bronzestatuen dargestellt ist und das ganze schoen mit Mosaik im Mapuche-Stil (Mapuchen sind die Ureinwohner hier, die fast ausgerottet sind)verziert. Sehr schoen, da draussen in der freien Natur ist der Glaube viel natuerlicher... Am uebernaechsten Tag haben wir die Mapuchen dann auch in einem Reservat (Reserva Mapuche Atréuco) besucht und zwar im Rahmen einer 8stuendigen Fahrradtour Richtung Lago Tromen, die anstrengend aber herrlich war, die Landschaft ist einfach genial mit ihren Weiten von Weide, schneebedeckten Bergen, Seen und strahlendblauem Himmel! Es ging allerdings ganz gut bergauf und bergab, Patricio, ein Argentinier den wir am Tag vorher aufgegabelt hatten haette trotz der super Mountainbikes fast schlapp gemacht. Wir haben 60km abgestrampelt!
Mit Patricio (Pato) das war auch eine lustige Geschichte, wir haben ihn am Tag vorher kennengelernt, als wir mit dem Bus in den Nationalpark zum Lago Huachulafquen gefahren sind und die einzigen Touris waren. Es fuhren lustigerweise auch nur Busse hin, zurueck wollten wir uns dann eigentlich gemeinsam ein Taxi nehmen...im Endeffekt hatten wir aber das Blueck, dass wir bei einem Paarchen hinten auf dem Jeep kostenlos mitfahren konnten. Naja, Glueck...hinten auf der Ladeflaeche eine Stunde durch die verschneten Landschaften, bei Nacht und ueber Stock und Stein, einmal ist das Auto so durch einen Bach gehuepft, dass ich das Gefuehl hate wir fliegen raus! Danach waren wir natuerlich eingefroren und haben erstmal wie wild rumspringend einen guten Eindruck bei den Doerflern hinterlassen :-) An diesem Tag haben wir noch eine schoene Bootstour gemacht, fuer die wir fast keine Plaetze mehr bekommen haetten. Fuer diese Tour kamen naemlich dann auf einmal doch viele Leute mit dem Auto angefahren und nur weil ein Reisebus zu spaet kam, konnten wir denen die PLaetze wegschnappen! Leider hingen die Wolken so tief dass man das wichtigste Ausflugsziel, den Vulkan Lanín, nicht sehen konnte, aber war trotzdem schoen. Angeblich ist dieser Vulkan der schoenste Berg der Welt - wie man das bestimmen kann ist mir zwar ein Raetsel, aber er war definitiv sehr schoen gross und schneebedeckt :-) Ansonsten sind wir den Tag ueber in dem voellig verlassenen Nationalpark rumgewandert, im Sommer schein da ganz schoen was los zu sein mit Reitausfluegen, Bootstouren etc, aber wir haben immer nur verzweifelt in leere Hauser reingerufen. Ja, auchso, jedenfalls haben wir Pato dann zu uns in die Bude eingeladen, er hatte naemlich eine teure aber total schaebige Unterkunft. Ist dann am naechsten Tag gleich umgezogen und hat ab da bei uns gewohnt. Er hat sich immer ueber meine Sprachweise amuesiert, weil ich so typisch Argentinisch spreche obwohl ich Auslaenderin bin - hat sich immer in die Ecke geschmissen vor Lachen wenn ich bestimmt Woerter benutzt habe. Als Strafe hab ich ihn dann mit einem Chili-Auflauf zum Weinen gebracht, die Argentinier essen ja ueberhaupt nicht scharf und fuer uns war das echt nicht doll, aber ihm sind die Traenen gelaufen, unglaublich!
So, jetzt wirds hier langsam ganz schoen viel, ich schreib noch kurz hier von Bariloche. Hergekommen sind wir ueber den Camino de siete lagos, diese Route fuehrt durch 3 Nationalparks entlang der sieben Seen...hie rhaben wir am Terminal einen Typen wiedergetroffen, der davor in Buenos Aires in unserem Hostel gearbeitet hat und jetzt hier arbeitet, voll witzig. Wir sind aber nciht mit in seins gegangen, da Sascha einen Tip aus dem Reisefuehrer hatte fuer das herrliche Hostel in dem wir jetzt sind. Ganz anders als alle bisher, es ist eine ehemalige Penthouse-Wohnung im 10 Stock mit herrlichem Blick auf die Berge und den See, die ganze Front verglast, so dass man quasi im Sonnenauf- und Untergang direkt drin ist. Das ganze erscheint irgendwie sehr aetherisch, schwer zu beschreiben...alles ist sehr weitlaeufig und geraeumig, ruhig und friedlich, alles ganz liebevoll eingerichtet, perfektioniert bis in jede Kleinigkeit wie die Gewuerze und total sauber..aber irgendwie sind die Leute anders, mir erscheinen sie buddhistisch oder so, ausserdem gluehen immer Raecherstaebchen irgendwo, es gibt keinen Fernseher oder PC..einfach alles ganz relaxed und friedlich. Bariloche an sich ist recht touristisch, hier ist auch der erste Ort, in dem wir zur Saison sind, denn es ist ein Wintersportort. Es liegt direkt am See Lago Nahuel Huapi, der wegen dem staendigen Wind grosse Wellen schlaegt, am Strand ists wie am Meer! Ausserdem kann man von fast jedem Punkt der Stadt auf den See schauen, da sie am Hang gebaut ist. Etwas teurer hier als im Norden aber das wussten wir ja schon. Gestern abend wollten wir z.B. tanzen gehen und hatten auch am Strand schon tagsueber eineige bolichen entdeckt, als wir dann aber hinkamen wollten die alle 85$!!!Ausserdem kommen sonst in Argentinien Frauen eigentlich immer umsonst rein, da aber nicht. Schliesslich sind wir in einer Einheimischen-Disco gewesen, die wir per Zufall entdeckt hatten, dort wurde dann auch Cumbia und Cuarteto gespielt, meine Lieblingsmusik hier! Heut war dann erstaml ausschlafen angesagt, apropo, ich werd mal nach Saschi schauen gehen, der schlief noch als ich los bin.
Puh, das war jetzt genug Arbeit fuer heute :-))
Eingestellt von chrisas 09:23 Archiviert in Argentinien Kommentare (0)





