Reise blog von Travellerspoint

Backpacking

In einem Traum aus 1001 Nacht

Huacachina, Ica, Lima, Trujillo

semi-overcast 26 °C

Nach unserem Kurzaufenthalt in Camaná ging's mit dem Bus Richtung Norden nach Ica. Da es leider keinen regulaeren Bus dorthin gab, nahmen wir einen nach Lima und wurden dann am gewuenschten Ziel rausgeworfen - leider war es da grade mal 4.00 Uhr nachts und an irgendeiner Abzweigung nach Ica. Zum Glueck gab es dort ein Taxi, welches uns in die neben Ica gelegene Oase Huacachina fuhr. Die von uns reservierte Unterkunft konnten wir auch schon zu dieser unmenschlichen Stunde beziehen (und haben die Nacht im Endeffekt, weil der Typ dort total verschlafen war, nicht berechnet bekommen). Die Oase liegt nur wenige Kilometer von Ica entfernt und ist bis auf einen kleinen Zugang umgegen von riesigen Sandduenen. In der Mitte ist ein kleiner gruener See (Lagune), dem Heilwirkungen nachgesagt werden (weshalb wir uns in der Bruehe kurz gebadet haben). Die Lagune ist umgeben von wenigen Haeusern und das Ganze sieht wirklich aus wie im Bilderbuch.
Unsere Unterkunft war mal wieder das billigst moegliche, naehmlich ein Dormitiorio mit ca. 30 Doppelbetten (in einem laenglichen Raum!), aber wir waren gluecklicherweise dort die Einzigen, bis auf einen Angestellten, der auch dort sein Lager hatte. Das Hotel hatte ausser einen Pool auch ein eigenes Restaurant, in dem es aber wie im ganzen Ort sehr teuer war zu essen. Endlich mal wieder ausspannen in der Sonne im Sand, der ueberall total fein und sauber war. Deshalb eigneten sich die Duenen auch zum Sandboarden, was wir am 2. Tag gemacht haben. Leider hatten wir uns die Board zur Mittagszeit ausgeliehen (die Hitze war kaum ertraeglich) und mussten mit den Board muehevoll die Duenen hochsteigen. In 2 Stunden bekamen wir deshalb grade so 3 Abfahrten hin, wobei man sagen muss, dass die Sandberge schon sehr hoch waren. Das hier ist Saschas Meinung, ich fands herrlich in der Hitze, endlich mal wieder alles schoen warm und das Sandboarden fand ich auch wieder genial (hab das ja schon zum 2. Mal gemacht und die Ausruestung war diesmal im Vergleich zum letzten Mal richtig genial: Burton-Snowboard und Softboots, also volle Kontrolle beim Runterflitzen! Aber klar, die Aufstiege dauern immer lange und die Bruehe lief nur so :-) Aber insgsamt waren die Oasentage schoen ruhig und entspannt und viel zu kurz! Fast waeren wir wegen einem Streik mit Strassenblockaden und Schliessung zweier Busgesellschaften auch garnicht von dort weggekommen, was mir persoenlich garnichts ausgemacht haette...allerdings war unser netter kolumbianischer Zimmermitbewohner Jeiro gegen Ende etwas anhaenglich, so dass es dann auch gut war, dass wir gegangen sind. Er wollte immer ueberall mitkommen und dauernd irgendwelche super-special-prices mit seinen Freunden fuer uns aushandeln, aber schlussendlich war das immer alles zu kompliziert und liess sich nicht realisieren.
Am gleichen Tag unternahmen wir abends noch einen Ausflug nach Ica, um uns irgendwelche alten Steine anzusehen. Wie sich herausstellte, handelte es sich dabei um die Privatsammlung eines vor wenigen Jahren verstorbenen Professors, die in ein paar dunklen Raeumen lagerten. Wir mussten sogar erst bei einer alten Frau anrufen, die extra fuer uns beide vorbeikam und uns die Raeume aufschloss. Die Steine sind ca. 90.000 Jahre alt und zeigen (eingemeisselt) u. a. hochentwickelte medizinische Techniken, wie Herz- und Nierentransplantationen, Kaiserschnitt und Operationen am Gehirn, wobei die Menschen das auch ueberlebt hatten. Auf anderen waren Menschen auf Dinosauriern abgebildet und welche mit Pferdewagen. Zwei Steine zeigten die Kontinente, aber so wie sie vor vielen tausend Jahren ausgesehen haben, als sie noch zusammen hingen. Auch Menschen mit Fernrohren, die Kometen und Sterne beobachten sind abgebildet. Insgesamt lagern dort ueber 10.000 solcher Steine, die meisten faustgross, aber auch viel groessere. Das Ganze war sehr beeindruckend, besonders auch, da es viele heutige Theorien total ueber den Haufen werfen wuerde, wie die Evolutionstheorie oder auch im Bezug auf Religionen.
Schweren Herzens verliessen wir bereits am 3. Tag Huacachina, um noch ein bisschen was vom Norden Perus zu sehen. Unser Bus brachte uns gegen Nachmittag nach Lima, leider zu einem etwas abgelegenen Busbahnhof. Da von hier aus keine Busse in den Norden fuhren, wollten wir mit dem Taxi zu einem anderen Busbahnhof, der wohl ganz in der Naehe lag, aber der uns beratene Taxifahrer wollte uns davon ueberzeugen, dass egal wohin, es mindestens 8 Soles kosten wuerde. Nachdem wir dann beinahe zu Fuss gelaufen waeren, fuhren wir mit einem der Taxis vor der Tuer, der uns fuer die Haelfte zum Ziel brachte. Da wir noch bis Nachts um 11 Uhr Zeit hatten bis zur Abfahrt nach Trujillo, wollten wir uns was zu essen suchen und sind durch ein paar Strassen gelaufen. Dabei lernten wir eine peruanische Frau kennen, die uns erstmal aufklaerte, dass wir uns durch eine sehr gefaehrliche Gegend bewegten und besonders als Touris hier nicht durch die Strassen bummeln sollten. Aus dem Gespraech wurde bald ein gemeinsamer Spaziergang, dann ein geselliges Abendessen zusammen mit den beiden Kindern und ihren Mann in einem Huehnenrestaurant und darauf ein mehrere Stunden dauernde Ausflug mit deren Auto durch die ganze Innenstadt Limas plus alle Sehenswuerdigkeiten plus Ausflug zum Strand und puenktlichen Zurueckbringen zu unserem Terminal. Das war vielleicht ein Stress, die Frau redete mit einer unglaublichen Geschwindigkeit und ununterbrochen.
Heute sind wir dann fruehmorgens in Trujillo angekommen. Mit Minibussen ging es zu einer Praeinka-Tempelstadt (leider nicht mehr so viel erhalten). Mittags besichtigten wir dann die Mond- und Sonnenpyramiden - riesige nur aus Lehmziegeln geschaffene Bauwerke, die erst vor einigen Jahren unter dem Sand entdeckt wurden. Heute Abend geht es ueber Nacht bereits weiter nach Huaraz, dem letzten Ort auf unserer Liste.

Christiane und Sascha

Eingestellt von chrisas 16:48 Archiviert in Backpacking | Peru Kommentare (0)

Versende diesen EintragFacebookStumbleUponRedditDel.icio.usIloho

Bolivien

La Serena, Elqui-Tal, San Pedro de Atacama, Wuesentrip nach Bolivien, Salzwueste, Uyuni, Potosí, Sucre, Cochabamba, La Paz, Rurrenabaque, Pampa / Urwald

Ich versuche heute mal, die letzten Wochen so kompakt wie moeglich zusammen zu fassen. Dabei werde ich nur auf die wichtigsten Dinge eingehen, sonst wird es einfach zu viel und nicht mehr lesenswert.
Von Santiago de Chile fuhren wir per Bus in die schoene Stadt La Serena. Die Region gehoert bereits zur Halbwueste und die Landschaft war bereits wuestenartig. Es soll nur wenige Tage im Jahr mit bedeckten Himmel geben, die wir aber wohl gerade erwischt haben. Dennoch hatte die Stadt, die in einer riesigen Bucht liegt, einen superschoenen langen Strand, ist aber eigentlich wegen seiner unglaublich grossen Anzahl an Kirchen bekannt (mehrere Dutzend). Unsere Unterkunft dort war guenstig und erstklassig: eigenes Zimmer mit Bad und TV und alles sehr neu. Hier konnten wir auch endlich wieder selber kochen. Am darauffolgenden Tag sind wir in das wenige Kilometer entfernte Fischerdoerfchen Cocimbo gefahren, welches sich durch sein ca. 80m hohes Betonkreuz auszeichnet, das zum Jahrtausendwechsel errichtet wurde und in dessen Arme man sogar per Fahrstuhl hochfahren kann. Da es aber neblig war, verzichteten wir darauf und besuchten stattdessen den ohnehin viel interessanteren Fischermarkt. Dort probierten wir ein paar kleine Fischsnaks wie eckelhaften kalten Fischsalat oder Empanadas mit Meeresfruechten oder Kraben mit Kaese. Wir haben dann noch gross dort eingekauft fuer eine Paella, unter anderen einen riesen Beutel voll frisch gefangener noch zapellender Garneleln.
Eineinhalb Stunden von La Serena entfernt liegt Vicuña im immergruenen Elqui-Tal, das unser naechstes Ziel war. Dieses Tal ist durch einen Fluss sehr fruchtbar, obwohl hinter den Bergen fast wuestenartige Verhaeltnisse herschen. Hier war auch keine Wolke mehr zu sehen. Die Gegend eigent sich besonders zum Anbau suessen Weines, aus dem das chilenische Nationalsgetraenk gewonnen wird: den Pisco (ein Traubenschnaps). Hier haben wir auch die groesste Bodega fuer Pisco besucht und eine sehr interessante Fuehrung bekommen. Eigentliches Beweggrund fuer den Ort war jedoch ein ausserhalb gelegenes Observatorium, zu dem wir einen gebuchten Ausflug unternahmen und Nachts die Planeten durch grosse Teleskope beobachten konnten.
Naechstes Ziel war San Pedro de Atacama. Da wir in La Serena leider keinen Bus dorthin bekamen, mussten wir mit Zwischenstops ueber Antofagasta und Calama fahren. Die Fahrt dauerte insgesamt ueber 20 Stunden und fuehrte uns an riesigen Kupferabbaustaetten vorbei direkt in die trockenste Wueste der Welt: die Atacama. San Pedro ist ein sehr kleiner Wuestenort, der eine Oase bildet, leider aber auch sehr touristisch gepraegt ist. Am naesten Tag mussten wir bereits kurz vor 3 Uhr aufstehen, um unsere erste Tour in die Wueste anzutreten. Es ging erstmal noch ein ganzes Stueck die Berge hoch (auf ueber 4000m, San Pedro liegt auf etwa 2300m), weshalb wir viel Wasser trinken mussten, um nicht hoehenkrank zu werden. Vor Sonnenaufgang kamen wir an einem riesigen Geysirfeld an, wo es ueberall blubberte und Fontaenen heissen Wassers in die Hoehe spritzten. Hier oben war es extrem kalt. Weiter ging es zu thermalen Quellen, in denen wir auch badeten (ca. 30 Grad Celcius). Zur Tour gehoerte noch die Besichtigung eines Indigena-Dorfes, wo es leckere Lamafleisch-Spiesse gab. Nachmittags kam auch schon die naechste Tour: naemlich in Mondtal (nach einigen anderen Aussichtspunkten und kurzen Wanderrungen). Bei Sonnenuntergang entstanden im Tal die verschiedensten Farbabstufungen - rot, blau, gruen, gelb, alles war dabei. Ich weiss nicht ob es auf den Bildern (die wir irgendwann mal hochladen werden) so rueberkommt, da der enorme Kontrast sicher nicht eingefangen werden konnte. An einem anderen Tag besichtigten wir (kurz) eine alte Indigena-Befestigungsanlage und das Bewaesserungssystem bzw. die gesamte Oase von einem sehr hoch gelegenen Aussichtspunkt in der Naehe des Dorfes. Spontan entschieden wir uns in San Pedro statt noch ein oder zwei Staedte weiter in den Norden Chiles vorzudrinken, direkt von San Pedro aus auf einen 3 Tages-Trip durch die Wueste nach Bolivien zu fahren.
Mit einem Bus wurden wir ein paar Stunden bis zu einen kleinen unscheinbaren bolivianischen Grenzposten auf ueber 4200m Hoehe gefahren, wo sich nach Erledigung der Grenzformalitaeten die Grupppen in die dort wartenden Gelaendewagen aufteilten (Grund: in Bolivien gibt es fast ausschliesslich verbleites Benzin, was es in Chile nicht gibt und deshalb an den Grenzen meist die Autos getauscht werden muessen). Jede Gruppe bestand aus 6 Personen, bei uns waren noch 2 junge Englaender, ein Ehepaar aus Spanien und natuerlicher unser bolivianischer Fuehrer bzw. Fahrer. Die rasante Fahrt ueber das Altiplano fuehrte uns vorbei an diversen wunderschoenen Lagunen, wie der Laguna Blanca (weiss), der Laguna verde (aendert in der Mittagssonne ploetzlich ihre Farbe von grau auf tuerkis-gruen) und die farbenpraechtige Laguna colarado mit ihren vielen rosanen Flamingos. An letztgenannter Laguna war auch unsere erste Unterkunft - schlicht, aber fuer bolivianische Verhaeltnisse recht gut und wir bekamen auch immer sehr gute Mahlzeiten. Am naechsten Tag passierten wir weitere Lagunen, bis unsere erste Panne passierte: mit einem lauten Knall platzte uns ein Reifen und das mitten in der Wueste. Die einzelnen Jeeps fuhren zum Teil mit grossen Abstandt zueinander und so mussten wir erstmal versuchen auf uns aufmerksam zu machen, bis uns ein vorbeifahrender entdeckte (worauf andere folgten bzw. umkehrten). Denn unser Problem war, dass zwar ein Ersatzreifen vorhanden, dieser jedoch ohne Luft war. Trotz anfaenglicher Vermutung, hatte die Achse keinen Schaden erlitten und nach einem komplizierten Reifenwechsel und spaeteren Nachregelung der Stossdaemper konnte es erstmal weitergehen. Zumindest solange bis wir nach einem Halt merkten, das die Batterie schlapp gemacht hatte - ab jetzt hiess es immer anschieben, was aber eigentlich kein Problem war. Trotz solcher Zwichenfaelle hat es unserer Tour keinerlei Abbruch getan, da wir schon so einiges gewoehnt waren und sowas auch nicht als stoerend empfinden (gehoert eben dazu und man rechnet immer mit Zwischenfaellen oder das mal was nicht so klappt - no problema). Nachdem wir auf fast ueber 5000m Hoehe waren (und nach dem Aufstehen dadurch ziemlich Kopfschmerzen) ging es wieder etwas tiefer, bis wir die Salar die Uyuni erreichten: einen gigantischen Salzsee. Anfangs stand noch einige Dutzend cm tief das Wasser, was fuer die Jeeps kein Problem war, dann war nur noch eine sich scheinbar unendlich erstreckende grell weiss spiegelnde Salzschicht vorhanden. Am Rand der Salar wurde auch uebernachtet und am naechsten Tag stand dann eine Insel auf dem Programm. Diese befand sich inmitten dieser Salzwueste und besass tausende Kakteen, die viele Meter hoch und zum Teil mehrere hundert Jahre alt waren. Auf der Weiterfahrt passierte die naechste Panne: kein Benzin mehr. Die Ersatzkanister waren leer und da wir das letzte Fahrzeug unserer Verbandes waren, kam auch erstmal kein weiteres vorbei (ist gab da ja auch keine eigentlichen Strassen, jeder Jeep vor etwas anders). Nach einiger Zeit konnten wir ein paar andere Wagen anhalten, von denen dann auch endlich einer noch Reserven hatte, mit denen wir nach kurzer Besichtigung des Salzhotels und eines Doerfchens, wo Salz (per Hand) abgebaut wurde, zur naechsten Tangstelle schafften. Endziel war das Dorf Uyuni, wo es aber nicht viel zu sehen gab. Das einzige was ich besichtigen war, war ein Friedhof fuer alte Zuege, der sich ausserhalb befand. Die Unterkuenfte in Bolivien sind natuerlich weniger modern und viel schlichter als beispielsweise in Chile (z. B. gibt es manchmal nur einmal am Tag warmes Wasser), aber dennoch angenehmer als erwartet, also auch meist sauber. Durch die Hoehe war es tagsueber zwar warm, nachts dagegen kuehlt es stark ab. Zudem muss man aufgrund der duenneren Atmosphaere aufpassen, keinen Sonnenbrand abzubekommen und man kommt eben schnell aus der Puste.
Nach einer abenteuerlichen Fahrt durch eine der schoensten Regionen Boliviens erreichten wir Podosí. Die Stadt war urspruenglich mal die groesste des gesamten amerikanischen Doppelkontinents, vergleichbar mit London oder Paris. Der Grund: riesige Silbervorkommen, die durch die Spanier (bzw. den unterworfenen Indios und Sklaven) damals dort abgebaut wurden. Auch heute noch arbeiten tausende Mineros in dem groessten Berg direkt vor der Stadt, dem Cerro Rico, auch wenn schon laengt keine nennenswerten Silberadern mehr vorhanden sind und sich auch auf andere vorkommende Metalle konzentriert wird. Die Stadt zeichnet daneben durch wirklich schoene Kolonialbauten aus und auch allgemein haben wir uns hier irgendwie wohl gefuehlt. Welche Exkursion liegt hier naeher als die Minen zu besichtigen was wir auch taten. Zugegebenermassen: in einer bolivianischen Mine, wo man zum Teil durch kleinste Loecher kriechen muss oder an Waenden hoch- bzw. runterhangeln muss und staendige Sprengungen vernimmt, fuehlt man sich nicht allzu sicher. Ausserhalb fuehrten wir auch selbst eine Sprenung mit Dynamit durch, das kurz vorher auf den Minenmarkt erstanden wurde (ohne Einschraenkung kann hier jeder Sprengstoffe fuer kaum ein paar Euro kaufen). Am naechsten Tag haben wir noch das Casa de Moneda, da wo die Silbermuenzen fuer die Spanier gepraegt wurden, besichtigt und sind abends noch mit dem Spaniern von der Atacama-Uyuni-Tour noch Essen gegangen.
Von Podosí sind wir weiter nach Sucre gefahren, der eigentlichen Hauptstadt Boliviens, auch wenn La Paz eine viel groessere Bedeutung. Die Stadt wird nicht umsonst La Ciudad Blanca genannt, da alle Gebauede weiss nicht. Viele dieser sind zudem noch kolonial und gut instand gehalten. Es ist uebrigens auch die hoechstgelegene Grossstadt der Welt, auch wenn wir das Klima dort als angenehem empfanden. Noch am gleichen Tag sind wir ueber Nacht weiter nach Cochabamba gefahren, wo wir (absichtlich) ein paar Stunden Aufenthalt fuer einen super schnellen Stadtrundgang hatten, bevor es direkt weiter nach La Paz ging.
Die groesste Stadt des Landes weisst extreme Hoehenunterschiede auf (oben auf ca. 4200m liegen die aermeren Viertel, waehrend die Reichen unten wohnen). Nach der ueblichen (hier natuerlich laengeren) Stadtbesichtigung, unternahmen wir unsere erste Tour: Mit einem Minibus die gefaehrlichste Strasse der Welt langfahren. Diese beginnt bei etwas ueber 5000m und geht dann in ca. 3 Std. ueber 3000m steil herunter und zwar an der Stelle, wo das Altiplano ins Beni-Becken abfaellt. Die Strasse ist nicht asphaltiert, an manchen Stellen kaum breiter als ein Auto und der Hang faellt seitlich senkrecht tausende Meter in die Tiefe. Man darf sich hier nicht von den unzaehligen Kreuzen am Strassenrand irritieren lassen. Die ganze Strecke ging in Serpentinen hinab bis nach Coroico, einer kleinen Stadt recht am Berg. Die Abfahrt war wirklich beeindruckend, da man innerhalb dieser drei Stunden mehere Vegetationszonen durchfaehrt, oben lang noch Schnee und Eis und in Coroico herschte tropischen Klima mit Palmen etc.
Von La Paz aus sind wir ueber 20 Stunden lang in einem Bus der super unbequem war, so dass wir kaum schlafen konnten und der wohl fuer einen guten Teil des weltweiten CO2-Austosses verantworlich ist (riesige schwarze Rauchwolken - weder sehen noch atmen war teilweise moeglich). Die kleine Stadt Rurrenabaque (ca. 6000 Einwohner) liegt auf nur noch 200m und schon halb im tropischen Urwald. Keine Sorge, wir haben rechtzeitig mit der Maleria-Prophylaxe begonnen und waren auch ansonsten gut auf die anderen Gefahren wir z. B. Dengue-Fieber oder irgendwelche Falter, die ihre Larven unter die Haut ansiedeln gewappnet. Nein, so hatten wir zumindest davor den Eindruck von dieser Region, aber laut Aussagen der Einheimischen, ist das ziemlich uebertrieben. So kommt Malaria hier praktisch nicht vor (kein Mensch nimmt da eine Prophylaxe), auch wenn die Region als Verbreitungsgebiet der Kategorie C gekennzeichnet ist (das ist die hoechste). Zur Sicherheit haben wir uns aber dennoch maximal geschuetzt. Da in der Selva (der eigentliche Urwald) kaum Tiere vorkommen, hatten wir uns fuer eine 3-Tages-Tour in die Pampa entschieden. Direkt nach unserer Ankunft, ging es 1 Std. spaeter los (wir werden im spontanen organisieren langsam immer schneller). Der Jeep hat uns mehrere Stunden abseits der Zivilisation gefahren und dann ging es weitere Stunden mit einem motorisierten Boetchen weiter. Diese Fahrt war unheimlich interessant, da wir hunderte Krodile (zum Teil die grossen Kaimare) und die verschiedensten Voegel sahen. Auch riesige Meerschweine und Flussdelphine. Unsere Unterkunft war ein auf Stelzen gebauter Holzbau, der gut mit Moskitonetzen geschuetzt war (fuer nachts hatte jedes Bett sogar ein eigene, welches das ganze Bett umspannte) - und dabei gab es eigentlich gar nicht so viele Moskitos, wie wir erwartet haben. Zu den Ausfluegen gehoerten Nachttouren, bei denen wir die mit roten Augen funkelnden Krokodile beobachteten und welche die zu Fuss unternommen wurden, um z. B. Anacondas zu suchen. Die Fische in dem engen, sich aber ewig erstreckendem Fluss befinden, haben ein geniales Schutzsystem nicht so schnell von den Krokodilen gefraessen zu werden, sie springen naemlich staendig ueber die Wasseroeberflaeche (dadurch landeten auch einige im Boot). Ein anderer Ausflug ging an eine leicht breitere Stelle des Flusses, wo sich Flussdelphine aufhielten. Dort bin ich dann schwimmen gegangen. Man muss sich vorstellen, da liegt ein Krokodil etwas ueber einen Meter von einem entfernt und man geht ins Wasser schwimmen, das auch noch braun trueb ist und man absolut nichts sehen kann was darin rumschwimmt. Ungelogen liegen an diesem Fluss alle paar Meter ein Krokodil am Ufer oder schwimmt im Wasser. Mir wurde aber versichert, mich nicht in Gefahr zu befinden, denn die Delphine wuerden die Menschen vor den Krokodilen schuetzen und mit ihren Schnauzen wegschubsen. Irgendwie hat mich das nicht so beruhigt. Zudem ist das Gewaesser voll von Pirannhas [keine Ahnung wie man das schreibt], die bei rotem Fleisch oder Blut gleich in Scharen da sind und nichts mehr uebrig lassen (wir haben naemlich auch Pirannhas mit rohen Fleisch geangelt). Gefaehrlich wurde es auch als unser Guia von einer fast 2m langen Cobra gebissen wurde, als er sie irgend einem Touri uebergeben wollte und der falls zugegriffen hatte. Zum Glueck waren es nur die vorderen Zaehne der Schlange und nicht die Giftzaehne, da das Gift der Cobra sehr schnell wirkt und natuerlich toetlich ist (im Camp gab es fuer solche Notfaelle Gegengifte). Super lustig waren die Scharen von kleinen Affen hinter unserer Behausung, die man mit Keksen aus ihren verstecken locken konnte und sie direkt aus der Hand genommen haben. Die Rueckfahrt in die Stadt am dritten Tag war Horror und dauerte ueber 8 Stunden, da es dort wohl geregnet hatte und selbst unser 4-Rad angetriebener Jeep einige Male stecken geblieben ist (ganz zu Schweigen davon wie viele andere wie abgeschleppt, angeschoben oder sonstwie geholfen haben). Und da die Hinfahrt so ueberaus unangenehm war, entschieden wir uns heute (!!! - ja ich bin endlich auf dem aktuellen Stand), einen Flug zurueck nach La Paz zu nehmen (fuer ca. 48 Euro / Person), da wir damit auch einen ganzen Tag Zeit einsparen koennen. So und im Moment sitze ich mit Christiane in der Naehe unseres Hostels im Internet Cafe und morgen geht es frueh weiter nach Copacabana am Titicaca-See.

Gruss Sascha


Unsere aktualisierte Karte:

Eingestellt von chrisas 16:19 Archiviert in Backpacking | Bolivien Kommentare (0)

Versende diesen EintragFacebookStumbleUponRedditDel.icio.usIloho

Ankunft in Chile

Puerto Montt, Castro (Chiloe), Valdivia, Pucón, Santiago, Valparaiso, Viña del Mar

rain 10 °C

Endlich finde ich mal ein Stuendchen Zeit den Blog zu aktualisieren und obwohl viel zu berichten ist, werde ich mich kurz fassen.
Nach Bariloche haben sich unsere Wege erstmal fuer eine kurze Weile getrennt. Christiane ist wieder zurueck nach Mendoza gefahren und ich hab die Reise in Chile fortgesetzt:
02.07.08: Von Bariloche aus ging es ueber die Anden nach Chile und zwar in die Fischerstadt Puerto Montt, die direkt am Meer liegt. Zum ersten Mal auf dieser Reise gab es Meeresgetier auf dem Speiseplan, z. B. Empanadas mit Lachs oder welche mit Meeresfruechten. An dem Tag schaffte ich noch eine vollstaendige Stadtbesichtigung und auch des vorgelagerten Hafenviertels. Im Zentrum steht ein eigens fuer die deutschen Einwanderer errichtetes Denkmal, doch in all der Zeit ist mir nicht ein deutschsprechender Chilene begegnet, was sehr verwunderlich anmutet, da man staendig Strassenschilder oder Namen von Geschaeften auf deutsch findet (ist wohl sowas wie ein Qualitaetsmerkmal hier). Uebernachtet hab ich in einem Casa der Familia. Die Preise fuer Unterkunft und Essen sind zwar schon teurer als in Argentinien, aber blieben noch unter meiner Erwartung. Dafuer sind andere Dinge viel teuerer, wie z. B. Parkeintritte.
03.07.08: Mit Bus und Faehre bin ich auf die nach Feuerland zweitgroesste Insel Suedamerikas uebergesetzt, die Insel Chiloe und dort in der Hauptstadt (oder eher Dorf) Castro untergekommen. Ausser ein bisschen Tourismus gab es hier eigentlich nur Fischer. Auch an dem Tag schaffte ich noch eine komplette Besichtungen - besonders interessant die auf Pfaehle gebauten Haeuser, unter die die Fischer bei Flut ihre Boote fahren koennen. Ansonsten hab ich an dem Tag bereits alles fuer den naechsten organisiert, an dem mal wieder eine Parkbesichtigung auf dem Programm stand. Meine Unterkunft war wieder ein Casa de Familia, also eine Privatwohnung, in meinem Fall einer aelteren Frau, die Zimmer vermietete. Nachts war es zwar kalt, dafuer hab ich morgens immer eine sehr gutes Fruehstueck bekommen, denn ich Chile wird im Gegensatz zu Argentinien wieder richtig gefruehstueckt.
04.07.08: Mit einem kleinen Bus ging es 1,5 Std. in den Nationalpark der Insel, der den Urwald dort schuetzen soll. Leider ein Regentag und ich war mal wieder der einzige Tourist weit und breit (musste sogar die Ranger wecken). Der Urwald war hier zwar sehr niedrig, dafuer aber unglaublich dicht und durchwachsen. Auch am Strand und in den Duenen war ich und musste gegen orkanartige Boeen ankaempfen. Da leider nur ein Bus am Tag hin und einer zurueck gefahren ist, musste ich waehrend stroemenden Regens einige Stunden im Park aushachen (zum Glueck hatte ich Regenponcho und was zum Lernen dabei).
05.07.08: Alles wichtige gesehen - deshalb hiess es weiter: Wieder aufs Festland uebergesetzt bis nach Pto. Montt und dort umgestigen und bis in die schoene Stadt Valdivia gefahren. Bei meiner Ankunft war es schon Abend, aber ich schaffte dennoch einen kurzen Rundgang durch die Stadt und den Hafen. Die Stadt ist vorallem durch ihre Lage an 3 (oder mehr?) Fluessen neben einer Insel und in einer Bucht zum Meer hin sehr schoen gelegen. Meine Unterkunft war dieses mal ein Hostel, das aber eher wie ein Hotel anmutete und mit 8000 chilenischen Peso auch sehr teuer war (ohne Fruestueck und geteiltetes Zimmer, was aber egal war, da ich eh wieder der einzige Gast war).
06.07.08: Es war Sonntag und morgens als ich aufgebrochen bin, war die Stadt wirklich wie ausgestorben. Dennoch fand ich einen Bus der mich in das Dorf Niebla direkt an der Kueste brachte. Hier hab ich ein altes spanisches Font besichtigt, was aber kleiner als erwartet war. Zudem ist das Dorf seinem Namen gerecht geworden (Niebla = Nebel) und man konnte sich die Kueste nicht weitlaeufig anschauen). Zum Glueck fand ich im Hafen ein Boot, mit welchem ich direkt auf die andere Seite der Kueste nach Corral uebersetzen konnte. Von dort bin ich ca. 2 Std. nach und durch Armagos gelaufen, einen weiteren Dorf, auf der Suche nach dem naechsten Fort. Auf dem Hinweg fand ich es erst nicht, dafuer aber ein sehr schoener unberuehrter Strand und bis dahin hatte sich endlich auch der Himmel aufgeklart. Auf dem Rueckweg hab ich die Ueberreste des Forts abseits des Weges dann doch noch entdecken koennen. Es war wohl seit seiner Aufgabe vor etlichen Jahren so belassen worden und in Vergessenheit geraden (denn auf den Tourikarten ist es nicht eingezeichnet) und heute Grasen Pferde zwischen den alten Kanonen darauf. Wieder in Corral war ich noch kurz bei einem dritten und best in Stand gesetzten Fort, wo ich aber nur ein paar Fotos durch den Zaun und von drausen gemacht habe, da eh keiner da war. Mit dem Boot hab ich dann wieder auf die andere Seite gewechselt und mit dem Bus zurueck gefahren, wobei ich mich auf der vorgelagerten Insel hab absetzten lassen. Dort hab ich noch eine recht grosse Univseritaet und deren botanischen Garten besichtigt.
07.07.08: Die naechste Stadt auf der Liste war Pucón. Im Sommer wohl ein beliebtes Ausflugsziel, im Winter geht es hier sehr gemaeschlich zu. Ich hab mir eines der vielen Hostels, das von aussen ok aussah rausgepickt und hatte damit auch preislich und qualitativ Glueck gehabt. Die Stadt liegt an einem der aktivisten und immer rauchenden Vulkane des Landes und an einem grossen See mit schwarzen Sand. Ueberall in der Stadt waren Warnampeln aufgestellt, die anzeigen wuerden, falls der Vulkan beginnen wuerde aktiver zu werden, um dann die Evakuirung der Stadt auf den vorgeschriebenen Routen schnellstmoeglich einzuleiten (keine Ahnung wie oft das passiert). Ausser zur Besichtigung hab ich den Tag zum organisieren des nachsten genutzt.
08.07.08: Morgens gings in einen Nationalpark zum Schutze der Araukanienbestaende (hunderte Jahre alte riesige Baeume). Der Park lag an einigen grossen Bergseen und hat sich vorallem ueber unterschiedliche Hoehen erstreckt. So bin ich nach einigen Stunden bereits ueber der Schneegrenze gewesen (endlich mal Schnee!) und konnte bald nicht mehr weiter. Deshalb und weil ich an dem Tag eh krank war, hat mir ein Halbtagesausflug auch gelangt. Die zwei, drei anderen Touris sind aber auch nicht laenger geblieben, denn heute war mal wieder ein Regentag (im Winter regnet ist in Suedchile leider staendig). Den Parkausflug hab ich vorallem aber nicht wegen den Baeumen gemacht, sondern weil in dieser Nacht ein weiter Ausflug zur Erhohlung auf mit wartete: Thermale Quellen. In der Gegend gab es sicherlich ein Dutzend solcher und ich hatte mir die am naturbelassensten rausgesucht. Abends um 8 gings zusammen mit zwei jungen Amis los in die ueber 1 Stunde entfernten und zum Glueck zu dieser Zeit fast menschenleeren Quellen. Es waren insgesamt 5 Becken; manche hatte Temperaturen ueber 40 Grad, wo man es nur wenige Minuten aushielt - andere waren etwas weniger warm. War echt herrlich von der Eiseskaelte in die Becken zu gehen unter sternenklaren Himmel - ein echtes Highlight der Reise. Das Aussehen und Ambiente ist schwer zu beschreiben, ich hab versucht ein paar Bilder zu machen, aber aufgrund des Dampfes sieht man fast nichts darauf.
09.07.08: Heute hab ich eine Pause eingelegt um meine Erkaeltung zu kurieren, die aber schon wieder so gut wie weg war. Der Tag war super schoen gewesen - endlich hab ich auch den Vulkan direkt vor der Stadt in seiner ganzen Pracht zu sehen bekommen.
10.07.08: Hier gibt es nicht viel zu schreiben, denn heute war ich auf der 11-stuendigen Busfahrt in die Hauptstadt, nach Santiago de Chile. Zu intensiver Recherchen gab es auf den Weg dorthin eigentlich nichts interessantes mehr zu besichtigen, weshalb auch alles gut mit der Planung hinhaute, denn heute wollte ich mich wieder mit Christiane treffen.
So, das waren meine 9 Tage allein in Chile und nun geht das gemeinsame Abenteuer wieder weiter. In Santiago haben wir eine wirklich total heruntergekommene Unterkunft in einer Strasse, wo man sich besser rennend als laufend fortbewegt (oder noch besser gar nicht so oft rausgeht). Dafuer liegt die Unterkunft nur 3 Minuten von einem Terminal entfert und ist sehr sehr billig.
Gestern wurde im Schnelldurchgang die Stadt besichtigt, d. h., das Zentrum, Regierungsgebaeude, Plaza und einen kleinen Cerro mit einem Schloesschen im Zentrum erklommen. Heute sind wir mit dem Bus nach Valparaiso und Viña del Mar gefahren und haben uns diese Staedte angeschaut. Ein wirlich grosses Kontrast: Valparaiso, die Hafenstadt, mit wirklich total heruntergekommenen Haeusern und Viña eine Luxusstadt mit super schoenen Straenden. Und sind beide fast schon zusammengewachsen. Ausser der riesige Hafen sind in Valparaiso, die uralten Aufzuege das wichtigste Merkmal, denn die Stadt ist auf ca. 2 Duztend Huegeln gebaut und dadurch war es frueher an manchen Stellen zu muesam fuer die Einwohner tagtaeglich zu Fuss die Huegel hinaufzusteigen. Abends sind wir in Viña endlich mal Fisch und Meeresfruechte in einem Restaurant essen gegangen und danach wieder (ca. 2 Std.) nach Santiago zurueckgefahren.
So jetzt ist erstmal wieder alles auf den neuesten Stand.

Gruss Sascha

Eingestellt von chrisas 18:29 Archiviert in Backpacking | Chile Kommentare (0)

Versende diesen EintragFacebookStumbleUponRedditDel.icio.usIloho

Unterwegs in den Bergdoerfern

Quebrada de Humahuaca, Tilcara, Pumarmarca, Iruya, San Isidro, Uquia und Salta

sunny 28 °C

Neue Bilder!!!: http://www.globalwaterresources.de/cpg/

Nach laengerer Funkstille sind wir nun zurueck in der Zivilisation (Salta) und koennen endlich wieder in den Blog schreiben. Die letzten eineinhalb Wochen waren wir in 2 km breiten und 70 km langen Schlucht unterwegs: Der Quebrada de Humahuaca. Die Doerfchen waren eines kleiner und indigener als das andere und lagen teilweise sehr hoch. Schon bei unserer Ankunft in Humahuaca merkten wir, dass die Luft duenner war und man bei geringer Anstrengung bereits schnell ausser Atem kam. Wir hatten Glueck und wurden (mal wieder) gleich bei unserer Ankunft am Terminal von einer netten Argentinierin aus Buenos Aires (Mercedes) angesprochen und bekamen nach etwas Handeln eine schoene und guenstige Unterkunft in einem sehr alten und geraeumigen Lehmhaus, mit Einrichtung der Urgrossmutter (riesige alte Buecher etc.). Wie eiskalt die Naechte im Vergleich zum Tag werden, bemerkten wir sobald die Sonne unterging. Sascha war zu einer Ortserkundung aufgebrochen, waehrend Christiane mit 2 Argentinierinnen in der Kueche schwatzte. Da wir nur einen Schluessel hatten, waren die Maedels eingeschlossen und mussten die Tuer aufbrechen, da die Argentinierinnen ihren Bus bekommen mussten. Bei ihrem Spaziergang, traf Christiane 2 Amerikanerinnen und einen Franzosen, die wir aus Salta bereits kannten. Sie hatten ihren Bus verpasst und wegen der Kaelte nahmen wir sie mit in unser Hostel und schwatzten ein paar Stunden. Abends sind wir ins Porterillo essen gegangen, wobei zwei Musikanten mit Floete, Gitarre und Gesang die eh schon gemuetliche Kneipe noch heimeliger machten.
Nach der ersten Nacht in unserem Zimmer mit zerbrochenen Fenster (aufgrund der Lehmmauern trotzdem ok) machten wir uns gegen 12 auf zum Dorfplatz, um das taegliche Spektakel der Segnung durch eine antike, aber bereits mechanische Holzfigur nicht zu verpassen. Dieses Schauspiel war etwas skuril, denn es kamen viele Touristenbusse nur dafuer ins Dorf, waehrend die Einheimischen sehr ergriffen und weinend der getragenen Musik lauschten (das Ganze dauerte nur 3 Minuten und glich der Funktion einer Kuckucksuhr). Danach hat uns ein kleiner Dorfjunge die Geschichte des Monumentes und der Kirche in schnellem unverstaendlichen Spanisch runtergerattert, um sich ein paar Peso zu verdienen. Dann gings querfeldein in die Berge, wo wir einige Stunden zwischen Gestruepp und Felsen rumgekraxelt sind und schliesslich einen Felsvorsprung mit toller Aussicht fanden, um Mate zu trinken und Christianes Suchtkekse (Pepas) zu essen. Nach einem Einkauf in der "Markthalle" haben wir uns ein riesiges Abendessen gekocht (Leber, Fleisch, Salat und Nudeln) und danach noch eine Runde Salsa getanzt, um uns warm zu halten.
Den Dienstag verbrachten wir auf der Suche nach einem Fahrrad. Der einzige im Ort, der welche verliehen hat, wollte 50 Peso pro Rad - ein neues zu kaufen haette, wie wir spaeter erfuhren, nur 120 Peso gekostet. Auf der Suche sind wir von Ort zu Ort verwiesen worden und trafen viele interessante Leute, wobei sich manchmal auch sehr tiefgruendige Gespraeche ueber das Leben ergaben. Schlussendlich beschlossen wir, dass mit dem Fahrrad sein zu lassen und wanderterten auf dem Camino de Incas zu den Peñas Blancas, einem Aussichtspunkt ueber die Quebrada. Auf Hinweis von Mercedes wichen wir auf einen Ziegenpfad aus und kletterten so, in Gesellschaft eines streundenden Hundes, bis ganz nach oben. Mate und geniale Aussicht. Abends waren wir von Victor und seiner Truppe musizierender Hippis in eine Lehmhuette am Fluss eingeladen worden, wo sie gegen Spende musizierten und sangen. Victor, der eigentlich Schlagzeuger ist, trommelte auf einem Stuhl - ingesamt ein sehr ausgelassener Abend mit leckeren Hauswein und pantomimischen Filmrate-Spielen (auf Spanisch, was bei dem sehr multikulturellen Publikum oft lustig war). Sascha wurde von einem der Maedels zum Chacarera, einem der schwersten Folkloretaenze, aufgefordert und gab sein Bestes - auch so wurde dann noch viel getanzt. Das ganze ging bis 3 Uhr (die anderen machten noch bis halb 7 weiter), deshalb wurde Mittwoch erstmal ausgeschlafen.
Sascha machten an diesem Tag eine ausgedehnte Tour durch die Berge, lernte Spanisch und holte endlich mal seine Reiseberichteintraege nach. Christiane wollte eigentlich einen der Einheimischen besuchen, um seine Musik anzuhoeren, traf aber erst in der Kueche einen Bekannten (guardaparque aus Calilegua), wobei sich mit noch 2 anderen ein sehr persoenliches Gespraech ergab, das als "Beziehungstherapie" deklariert wurde und mehrere Stunden dauerte. Danach verbrachte sie noch ein paar Stunden mit einer Truppe aus Bs. Aires schwatzend auf den Stufen des Monumentos und bekam spanische Schweinewoerter beigebracht. Als es zu kalt wurde,trafen wir uns in der Unterkunft wieder, Sascha spanisch lernend, Christiane weiter mit 2 Medizinerinnen aus Bs. Aires schwatzend. Diese trafen wir zufaellig Abend im Comedor zum Essen wieder. Danach ist Christiane noch kurz zum Verabschiedenen in die Fiesta-Lehmhuette feiern gegangen, waehrend Sascha sich fruehzeitig hinlegte, da am naechsten Tag eine groessere Tour anstand.
Durch Missverstaendnisse gings dann doch nicht so frueh los und leicht zerstritten nahmen wir den Bus nach Tilcara. Dort hielten wir an der Hauptstrasse einen Bus Richtung Purmamarca, der uns an der naechstgelegenen Kreuzung raus liess. Die restlichen Kilometer liefen wir zu Fuss durch die schoene Felslandschaft. Wir fanden auch gleich den Paseo de Colorados, der zu dem Berg der 7 Farben fuehrte. Die Farben waren beeindruckend und wir kletterten (mal wieder) abseits der Wege eine Schlucht hoch in die Berge. Wieder im Dorf warteten wir 2 Stunden auf den Bus zurueck. In Humahuaca gings abend essen, wobei wir auch nochmal Victor trafen und auf der Strasse Mate mit ihm tranken.
Am naechsten Morgen gings 10.30 Uhr Richtung Iruya. War eine sehr abenteuerliche Busfahrt, mit aufs Dach geschnalltem Gepaeck, ueber staubige kleine Gebirgsstrassen und grossen Hoehenunterschiede (fast 4000m). Im Bus unterhielten wir uns mit mit einer Indigena mit Kind und spaeter mit einem verruecktem Perser (oder so). In Iruya stuerzten sich gleich Leute mit Angeboten fuer Hostels auf uns; wir hatten aber schon a) einen persoenlichen Tipp von Victor und b) ein gutes Angebot aus dem Bus. Der Aufstieg mit den grossen Rucksaecken war aufgrund der Hoehe nicht leicht. Wir schauten uns 2 Hostels an und konnten so den Preis bis zu einem Spitzenrekord von 8 Peso / Person runterdruecken (ca. 1,75 Euro, aber ohne Bettwaesche). Das Hostel war superschoen und sauber und hatte eine Terasse mit Ausblick ueber die Schlucht. Ausserdem trafen wir saemtliche Leute aus Humahuaca wieder, die entweder in unserem oder im Hostel nebenan wohnten. Nach einem Mate auf der Terasse mit den Leuten machten wir einen Spaziergang zum Fluss und dann zur Feria (Wochenmarkt), wo wir billig Obst, Kekse und Chorripan einkauften. Dann wieder Mate mit den anderen getrunken und Abends beim essen trafen wir zufaellig die Maedels aus Buenos Aires wieder. Wir erfuhren, dass an diesem Abend ein Baile (Tanzveranstaltung) im Dorf stattfindet und am naechsten Tag ein grosses Fest im naechsten Dorf. Nach dem Essen trafen wir uns erstmal mit den Anderen im Hostel Asunta. Einige nahmen ausser Koka und Marihuana auch uns unbekannte Pflanzen (datura) ein, aus denen Tee gekocht wurden und die angeblich halluzinierend wirken. Gerade Koka wird bei uns ja als Droge eingeschaetzt, hat aber nach Angabe der Leute hier weniger Wirkung als Kaffee. Wir gingen dann zeitig zum Tanzen. Dort waren fast nur Einheimische und wir wurden wegen Groesse und Haarfarbe angestaunt. Das Tanzen war lustig, die Liveband spielte Cumbia, aber es waren einige sehr betrunken (vielleicht vertragen die Quechua keinen Alkohol). Um 3.30 Uhr bemerkten wir, dass Saschas Pullover geklaut war, obwohl wir die ganze Zeit danach geschaut hatten und gingen nach Hause.
Am naechsten Tag gings nach Obst und Keksfruehstueck auf zum Fest in die Berge. Wir folgten den Leuten mit Eseln vor uns in eine Schlucht und wanderten dort 4 Stunden, wobei wir 12 mal den Fluss durchqueren mussten und langsam richtig muede und hungrig wurden. Besonders zeitaufwendig war das Ausziehen von Socken und Schuhen und das Trocknen danach. Schliesslich fragten wir vorbeiziehende Leute nach dem Dorf in dem die Fiesta stattfindet und erfuhren, dass wir in die voellig falsche Richtung gelaufen waren und dort gar nichts mehr lag. Wir hatten uns schon die ganze Zeit gewundert, dass wir flussab laufen und es eigentlich gar keinen Weg gab. Also kehrten wir um und trotzdem wir fertig waren genossen wir noch die Schlucht im schoenen Abendlicht und fanden uns damit ab in der Dunkelheit nach Hause zu kommen. Der Rueckweg war extrem anstrengend (auch weil wir nichts zu essen dabei hatten) - Saschas Hose z. B. war triefend nass und wir sind grade noch so den Berg hoch gekrochen. Zuhause wurden die Klamotten gewechselt, einen heissen Tee getrunken und ein paar kalte Empanadas aus der Kueche geklaut, dann sind wir beide eingeschlafen. Irgendwann wachten wir beide auf und sind in Belem essen gegangen, wo wir 3 Platten plus Salat verdrueckt haben. Dann haben wir satt und muede noch etwas erzaehlt und dann geschlafen.
Nachts hoerten wir die Hundejagt der kleinen Jungs, zurueckkehrende Leute von der Fiesta und wurden um 10 Uhr wieder damit geweckt, dass das Licht im Hof nur von unserem Zimmer aus eingeschaltet werden konnte. Nach dem Aufstehen fuehlten wir uns voll schlappi, fruehstueckten ein paar Kekse und geklautes Brot und warteten 2 Stunden auf die Dusche. Beim Mittagessen im Comedor trafen wir noch einen Spanier aus Humahuaca wieder, mit dem wir kurz schwatzten und abends (plus einem Brasilianer und Kati, einer Deutschen) zum Aussichtspunkt kletterten. Dort klimperten wir ein bisschen auf der Gitarre und versuchten uns bei einem Weinchen mit einer einheimischen Art von Floete und dem Jonglieren. Da Sascha sich krank fuehlte ging er frueher nach Hause, waehrend Christiane noch zum Trucu spielen ins Asunta mitging.
Da wir durch die Irrwanderung am Vortag das Doerfchen San Isidro nicht gesehn hatten, verlaengerten wir noch einen Tag. Da Sascha fieber geschwaecht war und kaum den Berg hochkam, zog Christiane alleine los. Unterwegs traf sie 2 Argentinier aus dem Hostel (Christian aus Bariloche und Locho aus Buenos Aires) und wanderten mit ihnen den ganzen Weg. Bei der Einschaetzung der Hoehelage des Dorfes verlor sie eine Wette und so musste sie am Ende des Tages ein Bier fuer alle ausgeben (hier sind das Literflaschen). In der Carneceria wurde fuer ein Asado eingekauft, das allerdings recht zaeh ausfiel. Der Abend war trotzdem lustig, mit vielen Leuten aus allen Teilen Argentiniens.
Am naechsten Morgen um 5 Uhr hiess es aufstehen. Wir nahmen den Bus nach Humahuaca, wo wir unser Gepaeck abgaben und in einen kleinen Regionalbus nach Urquia einstiegen. Mitten in der Pampa liessen wir uns rausschmeissen, da wir unser Ziel, einen gelb-rot-gestreiften Berg, gesichtet hatten. Auf einem kleinen Hof holten wir uns heisses Wasser und bekamen einen Eindruck vom laendlichen Leben: Frauen wuschen Waesche mit der Hand im Schubkarren, auf der Waescheleine trockneten Tierhaeute und Knochen und die Maenner tranken morgens um 10 Weinschorle und Bier. Ein Stueck weiter legten wir uns im Schatten zum schlafen und mussten feststellen dass das Wasser verchlort war. Christiane brach dann zu ihren heissgeliebten bunten Bergen auf, waehrend Sascha immer weiter schlief. Zurueck in Humahuaca hatte unser Bus nach Salta erstmal eineinviertel Stunden Verspaetung, die wir mit einem betrunkenen Einheimischen am Bussteig zubringen mussten. Mitlerweile fuehlten wir uns beide richtig krank und fiebrig und schliefen auf der Busfahrt. In Salta nahmen wir das erstbeste Angebot fuer ein Hostel nahe dem Zentrum an. Leider waren sowohl die Leute, als auch das Hostel an sich sehr amerikanisch.
Am naechsten Morgen zogen wir deshalb wieder in unser bekanntes Hostel um, um erstmal wieder gesund zu werden. Wir bekamen ein Sonderangebot fuer ein Zweierzimmer zum gleichen Preis wie ein Compartido. Hier haben wir auch kostenlos Internet und koennen deshalb die ganze Zeit schreiben und Bilder hochladen :-)

Eingestellt von chrisas 06:56 Archiviert in Backpacking | Argentinien Kommentare (0)

Versende diesen EintragFacebookStumbleUponRedditDel.icio.usIloho

Erholung in Salta

Hostel Illaq, Asado, bolichen, Ausflug zum Monte San Bernardo

sunny 26 °C

Eigentlich gibt es von den letzten Tagen nicht so viel Neues zu erzaehlen, denn wir haben es mal richtig ruhig angehen lassen: abhaengen auf der Plaza, leckeres und billiges Essen, abends entweder schoene Schwaetzchen auf dem Bett oder auch mal eine Nacht voller Aktion mit Asado im Hostel, leckerem Wein, Gitarrenspiel und Gesang hier im Hostel und danach Tour durch Saltas bolichen (Discos) mit ca. 20 Leuten, alle sehr verrueckt und verzottelt. Das war eine sehr lustige Truppe von Argentiniern aus Cordoba, Buenos Aires, auch ein Franzose und ein Spanier waren dabei. Die hatten alle Rasterzoepfe oder strubblige Locken und sehr alternative Klamotten, bunte Leinhosen und Wollpullis, haben auf der Strasse jongliert um Geld zu verdienen und sind tatsaechlich mit Clownsnase und selbstgebastelten Hasenzaehnen in die Disco gegangen. Und natuerlich kauen hier viele Leute (auch junge) Koka, was man zusammen mit Natriumbicarbonat (eine Art Aschesoda) nehmen muss, um die gewuenschte Wirkung zu erzielen - am Anfang hab ich ueberhauptnicht kapiert, warum hier so viele Leute mit dicker Backe rumlaufen - als Medizinerin dachte ich erst an Gesichtstumore. Als dann beim 4. Verkaufer der Groschen gefallen ist, musste ich mitten im Geschaeft laut lachen. Angeblich ist das nur eine Tradition und hat kaum Wirkung, aber wers glaubt....
Insgesamt treffen wir hier Leute aus den verschiedensten Laendern. Die letzten Naechte waren ein Japaner, zwei Amerikanerinnen, ein Peruaner und zwei Israelis unsere Zimmerkollegen und alle kommen gut miteinander aus. Verstaendigen tut man sich hier ausschliesslich auf Spanisch und Englisch.
Vor ein paar Tagen ging es auf den hier angrenzenden Berg San Bernardo mit einer Seilbahn. Oben konnte man dann mal die groesse der Stadt bewundern, die einem im Zentrum (da sich hier das ganze Geschehen abspielt) ueberhaupt nicht so gross vorkommt. Zurueck ging es zu Fuss den Berg runter - sehr anstrengend, da es steil nur Treppen runter zu laufen ging.
Insgesamt haben wir hier voellig die Zeit vergessen und einfach so dahingelebt, einen ganzen Tag sogar in der falschen Zeit, wir dachten es waer Sonntag dabei war Samstag. Cool, als wir abends den Irrtum bemerkt haben und doch noch weggehen konnten! Und wie schwierig, den Geburtstag von Papa zu treffen zum Gratulieren! Heut muessen wir erstmal ausrechnen, wieviele Tage wir das Hostel bezahlen muessen :-)
Morgen gehts weiter nach Humahuaca im Norden. Da soll eine riesige Schlucht sein, da man gesehen haben muss.

Sascha + Christiane

Eingestellt von chrisas 07:17 Archiviert in Backpacking | Argentinien Kommentare (0)

Versende diesen EintragFacebookStumbleUponRedditDel.icio.usIloho

(Einträge 1 - 5 von 8) Seite [1] 2 » Nächste